Titel: Borrie's rauchverzehrende Heizung für Dampfboote.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. LXVIII./Miszelle 3 (S. 411–412)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075068_3

Borrie's rauchverzehrende Heizung für Dampfboote.

Hr. Borrie hat am Ende des vorigen Jahres ein neues eisernes Dampfboot Enterprise genannt, welches sich durch eine eigenthümliche, den Rauch verzehrende Heizung auszeichnet, vom Stapel gelassen. Die Roststangen sind nämlich, um diesen Zwek zu erreichen, nicht gerade, sondern an ihrer oberen Fläche gebogen, und auf solche Weise in den Ofen eingesezt, daß sie an der Ofenthüre mit der vorderen Seite des Kessels einen sehr spizigen Winkel bilden, während sie an den Hinteren Enden horizontal liegen und auch in anderen Beziehungen den gewöhnlich gebräuchlichen Roststangen ähnlich sind. Die Deke des Ofens biegt sich ungefähr bis auf zwei Fuß von dem inneren Ende 18 Zoll tief in den Ofen herab, und bildet dadurch eine Wasserkammer. Die Entfernung zwischen der oberen Fläche der Steinkohlen und der unteren Fläche der herabsteigenden Deke des Ofens beträgt, wenn die Oefen ganz gefüllt sind, ungefähr 6 Zoll. Da die Kohlen in den vorderen Theil des Ofens, der um volle zwei Drittheile länger ist als der Hintere hinter der herabsteigenden Deke befindliche Theil, eingetragen werden, so folgt hieraus, daß sie, bevor sie in den Hinteren Theil gelangen, in so lebhafte Entzündung gerathen, daß die den Rauch erzeugenden Bestandtheile derselben gänzlich verzehrt werden. Da die Hintere Feuerkammer nur solches Brennmaterial enthält, welches stets eine reine und intensive Flamme gibt; und da der Rauch, der in der vorderen Kammer aus den Steinkohlen aufsteigt, auf seinem Wege an die Feuerzüge mit der intensiven Flamme der Hinteren Kammer in Berührung kommt, so wird dieser Rauch beinahe augenbliklich vollkommen verzehrt. Das Verfahren hat sich an dem genannten Dampfboote, auf dem es zum erstenmale eingeführt wurde, vollkommen bewährt; denn nur 3 bis 4 Minuten nach Erneuerung des Feuers durch die Heizer war Rauch an dem Rauchfange zu bemerken. An einer stehenden Maschine von 20 Pferdekräften hat der Erfinder seine Methode bereits vor einem halben Jahre eingeführt und zwar mit bestem Erfolge. Das Eigenthümliche derselben beruht darin, daß der Rauch hier wirklich verzehrt wird, während er bei den meisten anderen Rauchverzehrungsmethoden, auf welche in neuerer Zeit Patente genommen wurden, nur in Ruß verwandelt wird, und sich als solcher hinter den Ofenwänden, den Feuerzügen und dem Boden des Rauchfanges anlegt. Dieß ist z.B. der Fall, wenn man Dampf in den Ofen einläßt, wodurch die Rauchtheilchen |412| an Schwere zunehmen und sich daher um so leichter an den angegebenen Stellen ablagern. (Mechanics' Magazine No. 854.)

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