Titel: Gilbert's Gasofen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. LXXXI./Miszelle 10 (S. 489–490)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075081_10

Gilbert's Gasofen.

Hr. Edward Gilbert, Civilingenieur von Falmouth, hat einen Gasofen erfunden, der bereits zum Heizen mehrerer Gebäude in England, und namentlich zum Heizen der städtischen Handelsschule in Bath benüzt wurde. Hr. Osler bemerkte über diesen Ofen vor der Bath Instruction Society Nachstehendes: „Der gewöhnliche Gasofen besteht lediglich aus einem mit einem Dekel versehenen eisernen Cylinder, in welchem ein hohler Ring enthalten ist, der mit der Gasröhre communicirt, und in den viele kleine Löcher gebohrt sind, aus denen heraus das Gas in kleinen Flammenstrahlen brennt. Die Producte der Verbrennung entweichen mit einem Antheile Gas vermengt, indem das Gas, wenn es in Flammenstrahlen verbrennt, nie gänzlich verzehrt wird, in das Gemach, worin sich der Ofen befindet. Hierdurch wird die Luft nicht nur unangenehm zum Einathmen, sondern auch wirklich ungesund; und aus diesem Grunde ist die Anwendung dieser Oefen auf solche Orte beschränkt geblieben, an denen eine sehr freie Ventilirung Statt findet. An dem verbesserten Gasofen ist nun aber allen diesen Mängeln abgeholfen. Das Gas wird nämlich, um einer gänzlichen Verbrennung desselben sicher zu seyn, vorläufig mit einer hinlänglichen Menge atmospärischer Luft vermengt, und hieraus durch eine Platte aus Drahtgitter geleitet, um auf der Oberfläche dieser lezteren |490| mit einer flakernden blauen Flamme zu verbrennen. Die Verbrennung erfolgt in einem länglichen eisernen Behälter, der auf diese Weise in solchem Grade erhizt wird, daß er eine milde und gleichmäßige Wärme im Gemache verbreitet. Der bei der Verbrennung sich bildende Dunst wird in einer Röhre in den Schornstein geleitet. Man läuft bei der Anwendung des neuen Ofens nicht die geringste Gefahr, und das Feuer kann ebenso leicht angezündet und ausgelöscht werden, wie die Flamme eines gewöhnlichen Brenners. Theils diese leztere Eigenschaft, theils der Umstand, daß der Ofen nicht den geringsten Staub veranlaßt, theils endlich das, daß man sich um die Unterhaltung des Feuers nicht im geringsten zu bekümmern braucht, macht ihn zu einer für die Heizung von Schulzimmern und dergl. sehr geeigneten Vorrichtung. Nicht minder zwekmäßig dürfte er bei dem geringen Kostenaufwands, den er veranlaßt, auch zur Heizung von Glashäusern seyn; und auch für Privatwohnungen scheint er zu empfehlen, da er zum Kochen benüzt werden kann.“ (Mechanics' Magazine No. 854.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: