Titel: Vorschrift zur Bereitung des in den Kattundrukereien gebräuchlichen Pinksalzes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. LXXXI./Miszelle 14 (S. 490–491)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075081_14

Vorschrift zur Bereitung des in den Kattundrukereien gebräuchlichen Pinksalzes.

Schon seit vielen Jahren liefern die Engländer auf ihren gedrukten Kattunen ein sehr feuriges Tafelroth, welches durch Fernambukabsud in Verbindung |491| mit einem Doppelsalz aus salzsaurem Zinnoxyd und salzsaurem Ammoniak, dem sogenannten Pinksalz, erzeugt ist. Zur Bereitung des Pinksalzes wird in Mendelssohn's polyt. Archiv 1840, Nr. 5 folgende Vorschrift mitgetheilt, die wir vollkommen bestätigt gefunden haben:

„In einem geräumigen steinernen Topfe wird eine Auflösung von Zinnchlorid (salzsaurem Zinnoxyd) in Wasser, welche an Baumé's Aräometer 50° zeigt, gethan, so daß das Gefäß zum dritten Theil angefüllt ist. Man macht nun in einem zinnernen Kessel eine gesättigte Auflösung von Salmiak in siedend heißem Wasser (etwa in dem Verhältnisse von 1 Pfd. Salmiak zu 2 Pfd. Chlorzinnauflösung von 50° B.), und sezt unter fortwährendem Umrühren vermittelst eines Glasstabes, so lange von der gesättigten Salmiaklösung zu dem Chlorzinn, als noch ein weißer krystallinischer Niederschlag entsteht. Dieser Niederschlag ist das Doppelsalz von Chlorzinn und Salmiak, das sogenannte Pinksalz; während des Erkaltens der Mischung, welche man von Zeit zu Zeit umrührt, scheidet sich noch mehr Pinksalz ab. Am andern Tag hat sich das Pinksalz fest am Boden des Steingefäßes abgesezt; man entfernt die überstehende Flüssigkeit und bringt den Niederschlag auf leinene oder flanellene Filter zum völligen Abtropfen der ihm anhängenden Flüssigkeit. Läuft nichts mehr ab, so wird das Salz zwischen leinenen Tüchern und einer hölzernen Presse vollends, vom Wasser befreit und auf reinen tannenen Brettern bei mäßiger Temperatur langsam getroknet. Das Pinksalz bildet ein schneeweißes lokeres Pulver, welches sich in reinem Wasser leicht und ohne Rükstand schon in der Kälte auflöst.“

Ueber die Anwendung des Pinksalzes können wir Folgendes beifügen:

Der Hauptvortheil, den dieses Salz gewährt, besteht darin, daß es durchaus keine freie Säure enthält, weßhalb das mit ihm dargestellte Tafelroth beim Eindruken gefärbter Böden deren Conturen nicht angreifen kann. Zur Bereitung des Tafelroths dampft man den Absud von 5 Pfd. gutem Fernambukholz auf 9 bis 10 Pfd. ab, sezt dann der warmen Brühe 14 Unzen Pinksalz und 4 Unzen Salmiak zu, welche man unter gutem Umrühren darin auflöst, worauf man mit arabischem Gummi verdikt; ein Zusaz von höchstens 3 Unzen Kupfervitriol gibt der Farbe einen dunklen Ton, und man thut gut, immer etwas Kupfervitriol bei derselben anzuwenden; 24 Stunden nach dem Aufdruken dieses Tafelroths werden die Stüke in reinem Flußwasser gewaschen und nöthigenfalls noch durch lauwarmes Wasser passirt.

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