Titel: Ueber die Branntweinfabrication in Preußen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. LXXXI./Miszelle 16 (S. 491–492)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075081_16

Ueber die Branntweinfabrication in Preußen.

Nach einem Schreiben, welches Hr. Prof. Schubarth an die Société d'encouragement in Paris richtete, hat die Rhumfabrication in Berlin in lezter Zeit bedeutend zugenommen. Namentlich ward eine neue Fabrik errichtet, die, wenn sie gleich noch in einem kleineren Maaßstabe arbeitet, doch ganz ausgezeichnete Fabricate liefert. Die Ausfuhr an rectificirtem Kartoffelbranntwein über Hamburg nach Frankreich und England ist nicht unbedeutend; ja nach England wird sogar künstlicher Rhum expedirt. Die Fabrication des Branntweins aus Kartoffeln hat über die Fabrication desselben aus Getreide dermaßen die Oberhand gewonnen, daß sich die zu diesem Zweke verwendeten Kartoffeln dem Volumen nach zu dem dazu benuzten Getreide wie 14 zu 7 verhalten. Die von diesem Industriezweige erhobene Auflage beträgt gegen 5 Mill. Thaler, welche nicht nach dem Destillate, |492| sondern nach der verwendeten Maische entrichtet werden. Die größte Fabrik zahlt ungefähr 50,000 Fr. Auflage. Sämmtliche Provinzen Preußens erzeugen in einem Jahre wenigstens 150 Mill. Quart (1 Quart = 1,145 Liter), wovon ein Theil als Weingeist, Rhum u. dgl. ausgeführt, ein großer Theil auf Essig verwendet und der Rest getrunken wird. (Bullet. de la Société d'encouragement. Jan. 1840.)

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