Titel: Rouffet's kleine Dampfmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. LXXXI./Miszelle 3 (S. 487)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075081_3

Rouffet's kleine Dampfmaschinen.

In Erwägung, daß man in vielen Gewerben einer mäßigen Kraft, wie z.B. eines Pferdes oder einer geringen Anzahl von Menschenhänden, bedarf, verfertigt Hr. Rouffet in Paris, rue du Marché-Neuf No. 5, kleine Dampfmaschinen von höchstens zwei Pferdekräften, welche einen Göpel ersezen, und die man leicht überall unterbringen kann. Da an den kleinen Maschinen der durch die Wärmeausstrahlung bedingte Verlust nothwendig viel bedeutender ist, als an den größeren, so ist auch der Aufwand an Brennmaterial an ihnen verhältnißmäßig größer; dessen ungeachtet kommt aber in Paris wenigstens die von diesen Maschinen gelieferte Kraft immer noch bedeutend wohlfeiler, als die durch Benüzung von Menschen und Thieren erzeugte. Die kleinen Maschinen, sagt Hr. Francoeur in dem Berichte, den er der Société d'encouragement darüber erstattete, mußten leicht in Bewegung zu sezen seyn; sie durften nur wenig Raum einnehmen, und kein großes Gewicht haben; sie durften weder einen Brunnen, noch eine Speisungspumpe erheischen; jeder Schornstein mußte ihnen genügen und dergl. m. Diesen Anforderungen suchte Hr. Rouffet an seinen Maschinen, von denen in Nachstehendem ein Bild gegeben ist, zu entsprechen. Man denke sich einen Apparat von der Größe eines eisernen Stubenofens, der mir Kohks geheizt wird, und von dem aus die verbrannte Luft in einer Röhre durch ein Fenster ins Freie oder in einen Schornstein geleitet wird. Da man außen keinen Rauch gewahr wird, so wird die Nachbarschaft nicht belästigt, und man hat auch, um die Maschine in Gang zu sezen, keine besondere Vorsicht zu gebrauchen. Ein unter dem Apparate angebrachter, mit Wasser gefüllter Bottich genügt für den Wasserverbrauch des Kessels. Da die Maschine mit hohem Druke arbeitet, so entweicht das verdampfte Wasser nach Außen, und man bedarf demnach weder eines Condensators noch einer Luftpumpe. Die Höhe des Wassers im Kessel wird wie gewöhnlich durch eine außerhalb angebrachte Röhre angedeutet. Der Gang der Maschine wird mittelst eines Hahnes, der den Dampf in verschiedener Menge an den Kolben gelangen läßt, regulirt. Nach der Ansicht des Hrn. Francoeur lassen sich diese kleinen Maschinen in sehr vielen Fällen, wo man einer geringen Kraft bedarf, wo nur wenig Raum zur Verfügung ist, und besonders wo man die Triebkraft an verschiedenen, nicht wohl in Communication zu bringenden Orten bedarf, mit Vortheil verwenden; denn man kann sie in lezterem Falle leicht von einem Orte zum anderen schaffen. (Bulletin de la Société d'encour. Jan. 1840.)

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