Titel: Ueber Hrn. Adams's Patent-Eisenbahnwagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. LXXXI./Miszelle 4 (S. 487–488)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075081_4

Ueber Hrn. Adams's Patent-Eisenbahnwagen.

Die Railway Times berichten über neuere Versuche, welche mit dem von Adams angegebenen gegliederten Eisenbahnwagen (Polyt. Journ. Bd. LXXIV. S. 26) an der Birmingham-Gloucester-Eisenbahn angestellt wurden. Das Civ. Eng. and Architects Journal entlehnt hieraus in seinem neuesten Februarhefte Folgendes. „Man hat bisher gefunden, daß Wagen mit losen Rädern selbst bei schwachen Curven leicht von den Schienen abgehen; bei dem gegliederten Wagen des Hrn. Adams ist dieß jedoch keineswegs der Fall, vielmehr paßt sich dieser mit der größten Leichtigkeit allen Curven an. In der That ist es auch wirklich beinahe unmöglich, daß die Räder die Schienen verlassen, indem sich die Achsen stets unter rechte Winkel mit der Zuglinie stellen, und indem das seitliche Nachgeben der Federn die Reibung an den Randkränzen der Räder verhindert. Eine weitere Einwendung, welche von Sachverständigen gegen den neuen Wagen gemacht |488| wurde, und die darin bestand, daß derselbe wohl gezogen, aber nicht geschoben werden könne, indem dann dessen Gliederung nachgeben und dessen Räder die Schienen verlassen müßten, zeigte sich eben so irrig, da der Wagen nach beiden Richtungen gleich gut lief. Dabei war der Wagen, obgleich er vier anstatt drei Kasten hatte, weit leichter zu ziehen als die gewöhnlichen Wagen. Die Leichtigkeit der Bewegung des neuen Wagens beurkundete sich ganz besonders an der Station von Enston, wo zwei Räder die Drehscheibe verließen und von den Schienen abwichen. Ein gewöhnlicher Wagen muß unter diesen Umständen mit Winden gehoben werden; der gegliederte Wagen dagegen konnte in Folge seiner Gliederung und der freien Bewegung seiner Räder von den Arbeitern ohne mechanische Beihülfe, und anscheinend mit geringer Mühe hinaufgerollt werden. Es scheint daher kaum zweifelhaft, daß diese Art von Wagen bald allgemein in Anwendung kommen dürfte. Bemerken müssen wir bei dieser Gelegenheit auch, daß Hr. Adams eine Methode erfunden hat, nach welcher die Wagen mit Oehl geschmiert werden sollen, und bei der es höchst wahrscheinlich dahin kommen wird, daß ein wöchentliches einmaliges Oehlen derselben ausreicht, indem durchaus kein Verlust an Oehl Statt finden kann.“

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: