Titel: Ueber Schlumberger's Flachsspinnmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 75, Nr. LXXXI./Miszelle 6 (S. 488)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj075/mi075081_6

Ueber Schlumberger's Flachsspinnmaschine.

Hr. Schlumberger in Guebwiller (Departement des Oberrheins) verfertigt gegenwärtig Flachsspinnmaschinen, welche mir den englischen wetteifern können; wenn man dieselben sieht, begreift man kaum, daß der von Napoleon ausgesezte Preis einer Million Franken von Niemand gewonnen wurde, denn diese Maschine beruht ganz auf denselben Grundsäzen wie die Baumwollspinnmaschinen, und unterscheidet sich von denselben nur durch folgende drei Abänderungen: 1) Jeder Apparat, worin der Flachs eine neue Operation durchzumachen hat, ist mit einem langen Kamm versehen, der aus einer Reihe schmaler, mit langen Stahlnadeln versehenen Leisten besteht, da nämlich die Flachsfasern sehr lang sind, so müssen sie beim Streken und Spinnen in solchen Kämmen fortgeleitet und gesondert erhalten werden. 2) Die Spannung, welcher man den Flachs beim Streken oder Spinnen aussezt, kann und muß sechs, acht bis zehn Mal größer seyn als bei der Baumwolle, weil man die Fasern von einander lostrennen und sie am Ineinanderschlingen verhindern muß; übrigens haben sie auch die Kraft, um dieser Spannung zu widerstehen, welche durch einige Drukschrauben und Gegengewichte hervorgebracht wird. 3) Da der Flachs viel rauher und härter als die Baumwolle ist, so muß man ihm für die Zeit des Spinnens Weichheit und Elasticität verleihen; man nimmt ihn daher vor dem lezten Ausspinnen durch ein Bad heißen Wassers. (Echo du monde savant, No. 520.)

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