Titel: Jefferie's Verbesserungen im Ausschmelzen von Kupfer.
Autor: Jefferies, William
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. XLVII. (S. 193–195)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/ar076047

XLVII. Verbesserungen im Ausschmelzen von Kupfer und anderen Erzen, worauf sich William Jefferies, Raffineur in Holme-Street, Mile End, Grafschaft Middlesex, am 22. Mai 1839 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of arts. März 1840, S. 427.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Ich beabsichtige durch meine Erfindungen das Metall aus den Kupfer- und anderen Erzen mit einem geringeren Aufwande an Kosten und von besserer Qualität zu gewinnen, als es bisher nach den gewöhnlich gebräuchlichen Methoden möglich war. Sie beruhen auf einem verbesserten Calcinir- oder Röstungsprocesse, auf einer eigenen Zubereitung der Erze zum Behufe ihrer Schmelzung, und auf einer neuen Einrichtung der Calcinir- oder Röstungsöfen. Ich will zuerst meinen neuen Ofen beschreiben, und sodann das Verfahren, welches ich beim Ausschmelzen der Erze befolge.

Fig. 49 zeigt einen senkrechten Durchschnitt eines meiner Erfindung gemäß gebauten Ofens. Man sieht hier zwei Röstkammern in einem Baue vereinigt; man kann aber ebenso gut auch die Oefen nur aus einer einzigen, oder aus drei, vier und mehreren Kammern bestehen lassen. Fig. 50 ist ein horizontaler, nach der Linie a, b |194| geführter Durchschnitt. Fig. 51 ist ein ebensolcher, aber nach der Linie c, d geführter Durchschnitt, aus dem man den Boden der oberen Kammer ersieht. Man kann diesen Oefen irgend eine für zwekmäßig erachtete Form geben, d.h. man kann sie vierseitig, rund, achtseitig oder anders geformt machen, obwohl ich die in der Zeichnung angedeutete Form für die zwekmäßigste halte. Sie bestehen aus den Wänden A, A, welche auf die gewöhnliche Weise aus Bak- oder Bausteinen aufgeführt werden, und sind durch die horizontalen Scheidewände oder Böden B, B, C, C in Kammern abgetheilt. Die Scheidewand B bildet das Dach des Aschenloches D und den Boden der Röstkammer E; die Scheidewand C bildet das Dach der Kammer E und den Boden der oberen Kammer F. Der Rauch und die beim Rösten aus dem Erze aufsteigenden Dämpfe entweichen durch die Oeffnungen G, G. Die Dämpfe werden in den Kammern F verdichtet, und die sich niederschlagende Schwefelsäure, so wie auch sonstige sich absezende schwerere Theile der Dämpfe lassen sich in entsprechenden Gefäßen aufsammeln, so daß also bei dieser Einrichtung das Entweichen dieser der Gesundheit schädlichen Dünste verhütet wird. Das Dach der oberen Kammern F besteht, wie man in Fig. 49 sieht, aus einer aus Bak- oder Bausteinen gebauten Wölbung, in welcher sich die Mündung der Nauchfänge oder Schläuche, durch welche die unverdichtet gebliebenen Theile der Dünste entweichen, befinden. Die Aschengruben D sind mit Thüren J, J versehen, welche je nach dem Zuge, der während des Röstprocesses im Ofen erforderlich ist, geöffnet oder geschlossen werden können, und die auch zur Beseitigung der Asche und der aus den Oefen durchgefallenen Erze dienen. Wie man sieht, sind die horizontalen Scheidewände B mit kleinen Löchern ausgestattet, damit zum Behufe der Unterhaltung der Verbrennung des mit dem Erze vermengten Brennmaterials Luft aus den Aschengruben D, D in die Kammern oder Oefen E, F eindringen kann. Ferner befinden sich an den Kammern E Thüren K, K, bei denen das frische Erz mit dem Brennmateriale eingetragen und auch das geröstete Erz wieder herausgeschafft wird, wenn der Röstproceß zu Ende gediehen ist. Weiters sind an diesen Kammern die kleinen Löcher L, L angebracht, bei denen man den Gang der Operation beobachten kann, und die mit beliebig verschließbaren Thürchen ausgestattet seyn müssen. Die aus den Oefen in die Kammern F führenden Oeffnungen müssen mit Schiebern oder Registern versehen seyn, damit sich der Austritt der Dämpfe aus dem Ofen beliebig reguliren läßt.

Fig. 52 zeigt einen senkrechten Durchschnitt durch zwei an einander gebaute Oefen, die jedoch nur eine einzige gemeinschaftliche |195| Verdichtungskammer F haben, was für manche Fälle zwekmäßiger seyn kann. Das Dach C, welches hier einen etwas anderen Bau hat, kann aus Eisen oder Baksteinen bestehen, oder auch auf irgend andere geeignete Weise gebaut seyn.

Ich binde mich durchaus an keine bestimmte Form der Oeffnungen, welche zum Behufe des Durchganges der Luft in den Böden der Röstkammern angebracht werden sollen; denn diese Oeffnungen lassen sich sowohl dadurch erzeugen, daß man zwischen den zum Baue der Deke bestimmten Baksteinen kleine Räume leer läßt, als auch dadurch, daß man durch die Baksteine vor dem Brennen Löcher bohrt.

Ich gehe nunmehr zur Beschreibung des Processes über, den ich in diesen Apparaten befolge. Ich nehme das rohe Erz in größeren oder kleineren Stüken, wie es an das Schmelzwerk gebracht wird, und vermenge es zum Behufe der Röstung mit einer größeren oder geringeren Menge Brennmaterial, wozu man Steinkohlen, Kohks oder Anthracit wählen kann. Das Mischungsverhältniß wechselt von 100 bis zu 300 Pfd. Brennmaterial auf eine Tonne Erz; je schwefelhaltiger das Erz, um so weniger Brennmaterial erfordert es. Das Gemenge bringe ich in die Röstkammer E, in die vorher so viel Holz als zur Entzündung der Masse erforderlich ist, geschafft worden seyn muß. Wenn das Ganze in Brand gestekt worden, überlasse ich es einer langsamen Verbrennung, welche je nach der Qualität des Erzes 4, 5 oder 6 Tage andauern muß. Nach beendigter Röstung nehme ich das Erz aus der Kammer, und vermenge es, nachdem ich es vorher 3 bis 4 Tage lang oder darüber mit Wasser befeuchtet liegen gelassen, mit einer gehörigen Menge Kalkes, roher Soda oder auch eines anderen geeignet befundenen Alkali's. Dieses Gemenge lasse ich in befeuchtetem Zustande je nach Umständen 3 Tage oder länger liegen. Von gewönlichem ungelöschtem Kalke sind ungefähr 200 Pfd. auf den Centner Erz erforderlich; von der Soda braucht man aber nur einen halben Centner auf die Tonne Erz. Nachdem diese Vorbereitungen getroffen sind, kann das Erz in einem gewöhnlichen Schmelzofen ausgeschmolzen werden. Man wird bei diesem Verfahren durch das Schmelzen ein viel reineres Metall bekommen, als nach irgend einer anderen Methode.

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