Titel: Osborne's verbesserte Korkzieher.
Autor: Osborne, Charles
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. LXIII. (S. 259–261)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/ar076063

LXIII. Verbesserungen an den Korkziehern, worauf sich Charles Osborne, Korkzieherfabrikant in Birmingham, am 2. Jul. 1839 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Febr. 1840, S. 75.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Meine Verbesserungen an den Korkziehern beruhen auf der Anwendung von Federn an denselben, um mittelst der Elasticität und Hebelkraft solcher Federn, wenn das Gewinde des Korkziehers gehörig in den Kork eingetrieben ist, den Kork eine kurze Streke weit aus dem Halse der Flasche herauszuziehen. Man hat derlei Federn bereits auf mehrfache Art angewendet, und namentlich auch verschieden geformte Federn hiezu in Vorschlag gebracht. Ich halte es jedoch |260| nicht für nöthig, alle diese verschiedenen Abänderungen zu beschreiben, obgleich sie sich auf das, was ich als das Princip meiner Erfindung betrachte, anwenden lassen. Ich werde daher in den beigegebenen Zeichnungen solche Formen und Anwendungsarten darstellen, welche ich als meinem Zweke besonders entsprechend befand, ohne mich deßhalb genau an die Anordnung und Form der einzelnen Theile zu binden.

Fig. 47 zeigt einen meiner verbesserten Korkzieher, an dem zu dem angegebenen Endzweke gebogene Federn angebracht sind. Fig. 48 ist ein Durchschnitt desselben, und Fig. 49 stellt verschiedene einzelne Theile desselben vor.

a ist ein konischer Ring, der auf die Mündung der Fläche paßt. b ist das Gewinde oder die Schraube, die in den Kork eingetrieben werden muß. Das obere Ende der Spindel dieses Gewindes ist durch eine Schraube oder auf eine andere Weise mit dem Stiele c verbunden, der durch ein anderes Befestigungsmittel an der Handhabe d festgemacht ist. Die Scheibe e hat in ihrer Mitte ein Loch, worin sich die Spindel frei umdreht, und unter dieser Scheibe befindet sich ein Cylinder f, der die Spindel umfaßt, und wie ein Zugring wirkt. Der konische Halsring a ist durch die gebogenen, aus Stahl oder einem anderen tauglichen Materiale gearbeiteten Federn g, g, g, g, deren Enden durch Nieten oder auf andere Weise an dem Halsringe a und an der Scheibe e befestigt sind, mit der Scheibe oder Dekplatte e verbunden. Diese gebogenen Metallstüke g, g wirken, wenn sie zusammengedrükt werden, zwischen dem Halse der Flasche und der Scheibe e wie Federn.

In Fig. 47 ist der verbesserte Korkzieher auf den Hals einer Flasche aufgesezt, und das Gewinde in den Kork eingetrieben, was dadurch geschah, daß der Griff auf die gewöhnliche Weise gedreht wurde. Bei dem Eintreiben des Gewindes in den Kork, müssen nothwendig die gebogenen Federn zusammengedrükt, und mithin in Spannung versezt werden. Wenn nun die Spannkraft der Federn die Reibung, die durch die gegenseitige Berührung des Korkes und der Flasche hervorgebracht wird, überwindet, so muß natürlich der Kork eine kurze Streke weit herausgezogen werden, wie in Fig. 47 durch punktirte Linien angegeben ist. Auf diese Weise wird also der Kork so weit aus dem Halse der Flasche ausgezogen, daß er dann leicht und ohne Anwendung einer großen Kraft durch einen gewöhnlichen Korkzieher oder auch mit der Hand herausgezogen werden kann. Der ausgezogene Kork kann mit der Hand oder mittelst irgend einer Vorrichtung von dem Gewinde losgemacht werden. Ich bediene mich hiezu bisweilen eines aus Fig. 50 ersichtlichen Mechanismus. Hier |261| ist nämlich das Gewinde höher über die Spindel hinauf fortgesezt, als in den vorigen Figuren, und an dieser Fortsezung ist ein Stük h angebracht, welches in seiner Mitte eine Hohlschraube hat, die sich an dem Gewinde bewegt. Dieses Stük h hat zwei Ansäze oder Ohren, in denen sich runde Löcher befinden, und die mit diesen Löchern an den geradestehenden Stäben i, i auf- und nieder gleiten. Leztere sind unten an dem konischen Halsringe a befestigt; ihre oberen Enden passen in die Löcher, welche durch die Scheibe e gebohrt sind, und dringen durch diese Löcher, wenn die Federn zusammengedrükt werden. Wenn der Korkzieher mit dem an seinem Gewinde befindlichen Korke von der Flasche abgenommen wird, so braucht man nur den Griff d in der dem Schraubengewinde entgegengesezten Richtung umzudrehen, wo dann das Stük h an den Stäben i, i hinabgleiten, und den Kork von dem Gewinde losmachen wird.

Fig. 51 zeigt eine Modification der Federn, die gleichfalls dem Zweke meiner Erfindung entspricht. Hier ist nämlich statt der früher benüzten gebogenen Federn eine Spiralfeder angebracht. a ist der konische Ring, der auf den Hals der Flasche aufgesezt wird. Dieser Ring ist durch 2, 3 oder mehrere Stäbe b mit der Scheibe c, in deren Mittelpunkt sich ein Loch befindet, in welchem sich die Spindel frei dreht, verbunden. d ist der Griff, der auf irgend eine passende Weise mit dem Gewinde oder der Spindel e, e in Verbindung gebracht ist. f ist eine an der Spindel befindliche Scheibe, die einen auf ihrer oberen Seite spielenden Halsring hat. Zwischen den beiden Scheiben c und f sind 2 oder mehrere Spiralfedern g, g angebracht, die mit einer Büchse, oder irgend einem zierlichern Gehäuse umschlossen seyn können. Wenn das Gewinde eine gehörige Streke weit in den Kork eingetrieben wird, so werden die Federn g durch die zwischen dem Halse der Flasche und der Scheibe f wirkende Kraft zusammengedrükt, und dieß wird so lange fortdauern, als das Gewinde weiter in den Kork eingetrieben wird, oder bis die Spannkraft der Federn die Reibung, die zwischen dem Korke und der Flasche besteht, überwindet, wo dann der Kork herausgetrieben wird, und dann mit leichter Mühe ganz herausgezogen werden kann.

Nachdem ich nun verschiedene Arten der Anwendung von Federn an den Korkziehern gezeigt habe, wiederhole ich, daß ich mich weder auf eine besondere Art ihrer Anwendung, noch auf eine besondere Form der Federn beschränke, indem das Princip meiner Erfindung, nämlich die Erzielung einer Spannkraft, womit der Kork aus dem Halse der Flasche ausgezogen werden kann, mannichfache Modificationen zuläßt.

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