Titel: Benuzung des Bingelkrautes zum Blaufärben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. XVII./Miszelle 12 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076017_12

Benuzung des Bingelkrautes zum Blaufärben.

Vogler hat in Deutschland (Crell's Annalen 1789, St. 5, Nr. 2) schon im vorigen Jahrhundert das in manchen Gegenden häufig wildwachsende ausdauernde Bingelkraut (Mercurialis perennis) zum Blaufarben zu verwenden versucht, dabei aber keine Resultate erlangt, die eine weitere Verfolgung dieses Gegenstandes nach sich gezogen hätten. In neuester Zeit nun hat der berühmte Professor Delile in Montpellier diese Versuche neuerdings mit einer verwandten Art von Bingelkraut, nämlich mit der im südlichen Frankreich häufig an den Chausseen wachsenden Mercurialis tomentosa, aufgenommen. Das Verfahren, welches er einschlug, war ganz dasselbe, wie es beim Färben der sogenannten Pezetten oder Färberblättchen mit Lakmus, dem sogenannten Tournesol (Croton tinctorium), zu geschehen pflegt. Er ließ nämlich das Kraut dieser Pflanze zerstampfen, preßte dann aus der zerstampften Masse unter Anwendung eines sehr starken Drukes den spärlichen Saft aus, tränkte mit diesem die Leinwandfleken, und breitete diese hierauf auf frischem warmem Dünger aus. Endlich gab er den Leinwandfleken auch noch die übliche Behandlung mit Urin, womit sie beinahe so schön ausfielen, wie die mit Tournesol gefärbten.

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