Titel: Jones's verbesserte Spannstöke für Tuchwebestühle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. XVII./Miszelle 6 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076017_6

Jones's verbesserte Spannstöke für Tuchwebestühle.

Das London Journal beschreibt in seinem lezten Januarhefte die verbesserte Methode Wollentuch während des Webens ausgespannt zu erhalten, worauf sich Henry und Thomas Jones, Weber von Marple in der Grafschaft Ehester, am 4. Mai 1833 ein Patent ertheilen ließen. Dieser Beschreibung gemäß bringen die Patentträger zu beiden Seiten des Webestuhles zwei Paare eigens geformter, an Schiebern befestigter Zangen an, welche durch irgend einen der gewöhnlichen Theile des Webestuhles so in Bewegung gesezt werden, daß sie abwechselnd die Sahlbänder des Tuches fassen und wieder auslassen. Jedes dieser Zangenpaare besteht aus einer horizontalen, verschiebbaren Wange, an der sich die in die Sahlbänder eindringenden Spizen befinden, und aus einer Hebelwange, welche, wenn sie der ersteren angenähert wird, das Sahlband festhält. Die Hebelwange wird von einer Spiralfeder angedrükt, mittelst eines Riemens oder eines an dem Schieber angebrachten gegliederten Hebels hingegen wieder abgezogen. Wenn der Hebel zurükweicht, steigt die Hebelwange empor, womit das Sahlband frei wird. Dergleichen Zangen sind an jeder Seite des Webestuhles zwei angebracht, damit das eine Paar die Sahlleiste festhält, während das andere sie losläßt. Beide Zangenpaare liegen ziemlich nahe an einander, und sind, abgesehen von ihrer Schieberbewegung nach Einwärts gegen die Sahlbänder und nach Außen von denselben weg, auch noch einer horizontalen Bewegung in einem kleinen Kreisbogen theilhaftig, damit sie, nachdem sie die Sahlbänder losgelassen, dieselben etwas weiter vorne abermals erfassen können. Diese Rotationsbewegung wird nach Vorwärts zu durch eine seitliche Feder, nach Rükwärts zu hingegen durch die fortschreitende Bewegung des Tuches über den Brustbaum hervorgebracht. Jene Wange, an der sich die Zaken oder Spizen befinden, spielt in einer langen schmalen Büchse, und wird durch eine Feder zurükgezogen, durch ein hinter ihr angebrachtes Muschelrad aber wieder vorwärts bewegt. Dieses Muschelrad besteht aus einem Cylinder, in dessen Umfang sich ein Ausschnitt befindet. Wenn die cylindrische Oberfläche auf den Schieber wirkt, so wird die Wange vorwärts getrieben, wo dann ihre Spizen in das Sahlband eindringen, und zugleich auch die Hebelwange herabtritt, so daß das Sahlband zwischen beiden Wangen festgehalten ist. Trifft dagegen der Ausschnitt auf den Schieber, so bewirkt die Feder, daß der Schieber in den Ausschnitt einfällt, womit die Zange geöffnet ist und das Sahlband losläßt. Die gegenüberliegenden Zangen wirken zum Behufe der Ausspannung des Tuches nach entgegengesezten Richtungen, und zwar so, daß immer ein Paar gegenüberliegender |77| Zangen die Sahlbänder festhält, während das andere Paar sie losläßt. Diese Wechselbewegungen treten so oft ein als es die Während des Webens sich bildende Tuchlänge erheischt. Wenn sich die Zangen zurükziehen, so werden sie von den seitlichen Federn seitwärts gegen die Lade zu bewegt, damit sie die Sahlleisten an neuen Stellen erfassen.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: