Titel: Neue Anwendung der galvanischen Kupferpräcipitation.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. XVII./Miszelle 8 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076017_8

Neue Anwendung der galvanischen Kupferpräcipitation.

In der Sizung der königl. Akademie der Wissenschaften zu München am 14. März, theilte Professor v. Kobell Bemerkungen mit über eine neue von |78| ihm gemachte Anwendung der galvanischen Kupferpräcipitation. Sie besteht in dem Verfahren Gemälde in Tuschmanier durch den Kupferdruk, ohne Aezen, Radiren oder dergleichen vervielfältigen zu können, und wurde durch die Beobachtung veranlaßt, daß auch nicht leitende Substanzen von geringer Masse bei der galvanischen Zersezung von Kupfervitriol sich mit Kupfer belegen, wenn sie von leitenden unterbrochen und umgeben sind. Das Malen geschieht mit Spiköhl in einer Porzellanfarbe auf Silber in der Art, daß die blanken Stellen die höchsten Lichter, die mehr oder weniger gedekten die Schatten geben. Die bemalte Platte wird in ein Gefäß mit ebenem Boden gelegt, welches eine Auflösung von Kupfervitriol und Krystalle desselben Salzes enthält, und darüber auf einige Linien Abstand ein mit Pergament überspannter Holzrahmen befestigt, in welchen eine Zinkplatte und verdünnte Schwefelsäure gebracht wird. Die Verbindung wird mit einem an der Silberplatte befestigten Kupferstreifen hergestellt, welcher in den Rahmen zur Berührung der Zinkplatte eingebogen wird. In drei bis vier Tagen ist eine hinlänglich dike Kupferplatte gebildet, um durch Abfeilen des Randes von der Silberplatte getrennt und zum Druke gebraucht werden zu können. Die Abdrüke geben die genaueste Copie des Originals, und sehen wie getuscht aus. Die vorhandenen Proben zeigen, daß diese Methode alle Aufmerksamkeit der Künstler verdiene.

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