Titel: Ueber Flachsrotten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. XXXVII./Miszelle 17 (S. 158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076037_17

Ueber Flachsrotten.

Hr. Legge-Inspector Meier in Osnabrück macht in den Mittheilungen des hannover'schen Gewerbevereins 20ste Lief., S. 459 von Neuem auf die Zwekmäßigkeit des Verfahrens aufmerksam wonach der Flachs zum Rotten in das Wasser nicht gelegt, sondern gestellt wird. Sehr häufig bemerkt man, wie beim Reinigen des Flachses das Kopfende weit schwieriger vom Holze zu befreien ist, als der Fuß, und deßhalb ein großer Theil Fasern durch die Breche oder später durch die Hechel abgerissen wird, welcher dann – auch als Hede nicht zu gebrauchen – gewöhnlich ohne Werth ist. Bekanntlich liefert aber dieser Theil der Stande, weil er weniger gereift ist, den feinsten und besten Flachs, den man daraus wirklich gewinnen kann, indem man den Fachs stehend (den Kopf nach Oben gerichtet) in die Rottegrube bringt. Auf diese Weise wird der später gewachsene Theil der Pflanzen, worin Faser und Holz inniger mit einander verbunden sind, durch Hülfe der oben im Wasser befindlichen größeren Wärme einer weiter fortschreitenden Gährung ausgesezt, welcher der untere Theil, wegen seiner weiter gediehenen Reife, in geringerem Grade bedarf. Die Erfahrung hat den Werth dieses Verfahrens genügend erwiesen.

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