Titel: Ueber Wapshare's Troknenapparat, welcher sich besonders für Tuchfabriken eignet.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. XXXVII./Miszelle 6 (S. 154–155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076037_6

Ueber Wapshare's Troknenapparat, welcher sich besonders für Tuchfabriken eignet.

Hr. James Wapshare, von dessen Dampfwäscherei wir im polyt. Journ. Bd. LXXV. S. 413 meldeten, bemerkt in einem an die Redaction des Civil Engin. and Archit. Journal gerichteten Schreiben über seine Methode mit Dampf zu troknen Folgendes. „Das Troknen mittelst Dampf ist etwas Altes; so viel mir bekannt ist, bewerkstelligte man es jedoch stets auf solche Weise, daß man die zu troknenden Gegenstände in einer durch Dampf geheizten Luft aufhing. Durch die bei jedem Troknen erforderliche Ventilirung wurde nicht bloß die aus den nassen Gegenständen ausgetriebene Feuchtigkeit, sondern auch ein Theil der warmen Luft, bevor sie sich noch mit Feuchtigkeit gesättigt hatte, mit fortgerissen, wodurch nothwendig ein Verlust an Wärme bedingt war. Meine Absicht war, diesem Verluste zu begegnen und kein Theilchen der Wärme entweichen zu lassen, bevor es seine Wirkung vollbracht hat. Ich erhize demnach nicht die Luft, sondern ich hänge die zu troknenden Gegenstände dicht auf die die Wärme liefernden Röhren, so daß diese ganz davon umschlossen sind, und daß nichts von der Wärme entweichen kann, ohne vorher durch die Gegenstände gedrungen zu seyn. Ich erlaube mit als Beispiel der Anwendung meines Verfahrens ein Paar Worte über dessen Benüzung in den Tuchfabriken beizufügen. Ein Stük Tuch hat gewöhnlich 40 Yards Länge, und um eine zu große Ausdehnung der Gebäude zu verhüten, pflegt man den Rahmen, auf welchem das Tuch in die Troknenstube gebracht wird, in zwei parallelen, 6 oder 7 Zoll von einander entfernten Linien zu doppeln. In dem zwischen den beiden Linien gebildeten und oben mittelst Pappendekel geschlossenen Raume bringe ich nun meine Troknenröhren an. Hieraus ist klar, daß die von den Röhren ausstrahlende Wärme nur durch das nasse Tuch hindurch ihren Ausweg findet. Es wurde dieses Verfahren in der großen Tuchfabrik der HHrn. Wilkins und Comp. in Bath probirt, und man hat daselbst gefunden, daß Tuch, welches sonst 4 Stunden zum Troknen brauchte, nach meinem Verfahren in 3/4 Stunden troken ist, und zwar mit einer Ersparniß voll 2/3 an Brennmaterial. Bei der größeren Geschwindigkeit, womit das Troknen von Statten geht, ergibt sich auch eine Raumersparniß von wenigstens 1/4. Nicht minder vortheilhaft zeigte sich meine Methode beim troknen der ungesponnenen Wolle; denn in diesem Falle troknen zwei Kammern jezt so viel Wolle, als früher |155| ihrer sechs. Die Wolle wird auf einem durchlöcherten Boden unter dem die Röhren hinlaufen, ausgebreitet.

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