Titel: Ueber die Bereitung einer Berlinerblauauflösung, welche als Saftfarbe und blaue Schreibtinte angewendet werden kann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. XXXVII./Miszelle 9 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076037_9

Ueber die Bereitung einer Berlinerblauauflösung, welche als Saftfarbe und blaue Schreibtinte angewendet werden kann.

Hr. Director Karmarsch hat über die von Nash in London angegebene Methode eine Berlinerblau-Auflösung zu bereiten (polytechn. Journal Bd. LXXI. S. 228) Versuche angestellt. Er beschränkte sich dabei zuerst auf die Anwendung von ganz reinem Pariserblau, welches im käuflichen Zustande verbraucht wurde, ohne weder mit Salzsäure noch mit Schwefelsäure in Berührung gesezt zu werden. Dabei ergab sich

1) daß eine sehr geringe Menge Kleesäure hinreicht, um das Pariserblau im Wasser auflöslich zu machen,

2) daß das Verhältniß der Kleesäure zum Wasser ebenfalls nur sehr klein zu seyn braucht, ja sogar eine starke Kleesäure-Auflösung weniger geneigt ist, Pariserblau aufzunehmen;

3) daß eine Auflösung der Kleesäure, welche 360 Theile Wasser gegen 1 Th. krystallisirter, Säure enthält, eben so viel Blau aufnimmt als eine solche, worin auf 1 Th. Säure nur 256, 192, 128 oder 64 Th. Wasser sich befinden;

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4) daß 1000 Gewichtstheile Wasser in allen diesen Fällen nur 10 bis 11 Th. Pariserblau auflösen.

Nachdem sich eine so geringe Auflöslichkeit des Pariserblaues, wie sie nach der dunklen Farbe der Auflösung kaum erwartet werden konnte, dargethan hatte, wurde auch die von Nash vorgeschriebene vorläufige Behandlung des Blaues mit Salzsäure oder Schwefelsäure noch versucht, wobei sich entschieden zeigte, daß durch dieselbe die Auflöslichkeit des Pariserblaues bedeutend vermehrt wird, indem 8 Th. des mit Schwefelsäure behandelten Blaues durch 1 Th. krystallisirte Kleesäure in 256 Th. Wasser vollkommen auflöslich wurden. Es ist hienach wahrscheinlich, daß selbst eine noch größere Quantität aufgelöst werden könnte; schließlich muß bemerkt werden, daß die einmal filtrirten Auflösungen des mit Salz- oder Schwefelsäure vorbereiteten Pariserblaues nicht, wie die des unzubereiteten käuflichen Blaues, im Laufe von ein Paar Wochen einen Bodensaz bilden, sondern sich in unveränderter Mischung erhalten. (Mittheilungen des hannoverschen Gewerbe-Vereins. 20ste Lief.)

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