Titel: Schiele's vereinfachtes Platinfeuerzeug ohne Hahn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. LVII./Miszelle 10 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076057_10

Schiele's vereinfachtes Platinfeuerzeug ohne Hahn.

Wir haben im polytechn. Journal Bd. LXXII. S. 27 die Vorrichtung von Eisenlohr beschrieben, welche den Hahn an der Döbereiner'schen Platinzündmaschine überflüssig macht und einen bessern Schluß als dieser bewirkt. Schiele's Einrichtung, welche das Gewerbeblatt für Sachsen (1840, Nr. 15) mittheilt, hat denselben Zwek; sie besteht in Folgendem:

Genau in der Mitte des Dekels vom Säurebehälter ist ein ungefähr 1/8 Zoll im Durchmesser haltendes, 1/4 Zoll unterhalb und 1 Zoll oberhalb des Dekels hervorragendes, an seinem unteren Ende etwas abgerundetes Messingröhrchen angebracht. Dieses Röhrchen ist oben an seiner Mündung bis auf 1/4 Zoll Tiefe so erweitert und ausgedreht, daß man darin ein Stükchen Kautschuk befestigen und darauf drüken kann, ohne eine Einschiebung desselben in den unteren engeren Theil der Röhre befürchten zu müssen. Durch diesen Kautschuk und das Röhrchen geht ein Stift, dessen Durchmesser das Röhrchen nur so weit ausfüllt, daß in dem engen Zwischenraume das sich im Feuerzeuge entwikelnde Wasserstoffgas hindurchzudringen im Stande ist. Das untere Ende dieses Stiftes trägt ein Metallscheibchen, auf dessen der unteren Oeffnung des Röhrchens zugewandten Oberfläche Kautschuk oder geöhltes Leder so befestigt ist, daß das Scheibchen, sobald |237| der Stift gehoben wird, sich luftdicht gegen das untere Ende des Röhrchens anlegt und das Röhrchen öffnet, sobald der Stift gesenkt wird.

An dem oberen Ende bekommt der Stift ein zu dem Druke des Fingers bequem eingerichtetes Knöpfchen mit einem Absaze, der sich auf das oben in dem Rohre angebrachte Kautschuk so auflegt, daß dessen Federkraft, um den Schluß an dem unteren Ende zu bewirken, den Stift genügend hebt, jedoch so, daß er immer noch genug Federkraft behält, um bei einem leichten Fingerdruk noch etwas nachzugeben und so das Oeffnen des unteren Röhrenendes zu bewirken. Gegenüber des auf dem Dekel des Säuregefäßes angebrachten Platinschwämmchens, in einer diesem entsprechenden Höhe, ist an dem Röhrchen die kleine Brennmündung, welche das Wasserstoffgas nach dem Schwämmchen leitet, angebracht. Die Befestigung und Anbringung des Gasreservoirs, d.h. des zur Aufnahme und Ansammlung des Wasserstoffgases bestimmten Glasbehälters, so wie die des Zinks, geschieht auf dieselbe Weise wie bei den auf gewöhnliche Art construirten Maschinen der Art. Ein leichter Fingerdruk auf das Knöpfchen des vorhin erwähnten Stiftes öffnet das untere Ende des Röhrchens, das Gas strömt augenbliklich durch die Brennmündung auf den Schwamm, dieser erglüht und entzündet auf die bekannte Weise die hervorströmende Luft.

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