Titel: Coathupe's Methode Glasröhren zu eudiometrischen Zweken zu graduiren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. LVII./Miszelle 12 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076057_12

Coathupe's Methode Glasröhren zu eudiometrischen Zweken zu graduiren.

Hr. Coathupe in Wraxall erläuterte vor der British Association in Birmingham eine von ihm verbesserte Methode zur Graduirung der zu eudiometrischen Zweken bestimmten Glasröhren. Das Athenaeum entnimmt diesem Vortrage Nachstehendes. „Der zur Graduirung dienende Apparat besteht aus einer genau gebohrten eisernen cylindrischen Röhre, in welche ganz genau ein eiserner Kolben einpaßt. In die Stange dieses Kolbens wurde ihrer ganzen Länge nach mit einem guten Schneidzeuge eine Schraube geschnitten, und nachdem die Schraube geschnitten, ward der Stange durch Feilen eine dreikantige Gestalt gegeben, jedoch so, daß an den abgerundeten Winkeln eine eiserne Schraubenmutter mit Sicherheit und Leichtigkeit laufen konnte. Auf das obere Ende des eisernen Cylinders ist ein Dekel aus gleichem Metalle geschraubt, und in diesen Dekel ist ein eiserner Sperrhahn eingeschraubt. An dem Sperrhahne ist mittelst einer eisernen Verbindungsdille ein graduirtes gläsernes Maaß, welches einen schmalen Rand hat, befestigt. In der Nähe des entgegengesezten Cylinderendes ist in demselben mittelst einer seitlichen Schraube oder eines Stiftes eine eiserne Scheidewand von ungefähr 1/4 Zoll Dike festgemacht; und durch diese Scheidewand ist ein dreiekiges Loch gebohrt, durch welches sich die Kolbenstange mit Leichtigkeit, jedoch ohne seitliche Schwankungen auf- und nieder bewegen kann. Unter der Scheidewand und an dem Ende des Cylinders befindet sich die Schraubenmutter, durch deren Spiel der Kolben auf- und nieder bewegt wird, ohne daß er dabei von der geraden Linie abzuweichen im Stande ist. Diese Schraubenmutter dringt ungefähr auf einen halben Zoll Tiefe in den Cylinder ein, und um den eintretenden Theil herum |238| ist eine tiefe Furche von der Form eines V gedreht. In diese Furche dringen in gleichen Entfernungen von einander und von der Außenseite des Cylinders her die spizigen Enden dreier stählerner Schrauben auf solche Weise ein, daß die Schraubenmutter wohl mit Leichtigkeit umgedreht, aber nicht auf andere Weise aus ihrer Stelle bewegt werden kann. An dem in den Cylinder eintretenden Theil der Schraubenmutter befindet sich eine in gleiche Theile abgetheilte vorspringende Schulter, deren Durchmesser beliebig größer seyn kann, als jener des Cylinders. An der Außenseite des Cylinders befindet sich ein Zeiger, der die Zahl der Umläufe der Schraubenmutter oder die Zahl der Theile eines Umlaufes andeutet. Um nun dieses Instrument zum Gebrauche herzurichten, muß der Kolben auf seinen tiefsten Stand zurükgezogen und der Cylinder mit Queksilber, welches keine Luftblasen enthält, gefüllt werden, was dadurch geschieht, daß man in das an dem Sperrhahne angebrachte graduirte Gläschen eine hinreichende Menge Queksilber gießt, und den Hahn so umdreht, daß das Queksilber in den Cylinder gelangen kann. Wenn, nachdem der Cylinder gefüllt ist, und während noch etwas Queksilber in dem graduirten gläsernen Maaße zurük ist, der Zapfen des Hahnes zurük gedreht wird, so füllt sich der Luftcanal dieses Zapfens mit Queksilber; und gießt man sodann das überschüssige Queksilber ab, so befindet sich der Apparat in einem Zustande, in welchem man ihn zur Graduirung irgend einer Röhre verwenden kann. Wenn z.B. die zu graduirende Röhre ungefähr einen Drittel Zoll im Durchmesser hat, und man die Communication zwischen dem Cylinder und dem Maaße eröffnet, so wird, wenn man den Kolben um einen ganzen Umgang der Schraubenmutter bewegt, und wenn man sodann durch Umdrehen des Hahnes die Communication zwischen dem Cylinder und dem Maaße wieder absperrt, in das Maaß eine Quantität Queksilber gelangen, die, wenn sie in die zu graduirende Röhre gegossen wird, für die erste Gradeintheilung ein hinreichendes Maaß gibt. Durch Wiederholung dieses Processes läßt sich die Röhre von einem Ende bis zum anderen graduiren. Hr. Coathupe fand dieses Verfahren besser, als das von Hare angegebene, nach welchem man sich dadurch kleine Quantitäten Queksilber von gleichem Umfange verschaffen soll, daß man einen graduirten cylindrischen Draht durch eine Stopfbüchse in eine Glasröhre treibt, welche an dem einen Ende beinahe haarförmig ausgezogen und mit Queksilber gefüllt ist; und daß man die beim Eintreiben des Drahtes austretenden Queksilberkügelchen sammelt.“

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