Titel: Ueber den Betrieb von Dampfmaschinen durch das bei der Kohksfabrication entwikelte Gas.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. XCV./Miszelle 1 (S. 393)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076095_1

Ueber den Betrieb von Dampfmaschinen durch das bei der Kohksfabrication entwikelte Gas.

Der Moniteur industriel vom 19. April enthält Nachstehendes. „Es ist Hrn. Civilingenieur Clavière, welcher auch ein neues Locomotivensystem erfunden hat, gelungen, an dem Mühlwerke zu Paludate eine Dampfmaschine von 30 Pferdekräften durch das von 4 Kohksöfen erzeugte Gas zu treiben. Diese Oefen befinden sich in einem rechtwinkeligen Gebäude von 16 Meter Länge auf 13 Meter Breite, welches an einen Saal, in dem sich die Dampfmaschine befindet, stößt. Jeder der Oefen faßt 35 bis 40 Hektoliter Steinkohlen, und über ihnen befindet sich ein cylindrischer Dampfkessel. Während der Calcinirung der Steinkohle entweichen bei der Mündung zweier dieser Oefen Gase, die sich durch den Sauerstoff, der ihnen zugeführt wird, entzünden, und deren Kraft nach dem Grade der Calcinirung mit Hülfe von Registern, die mit Gegengewichten ausgestattet sind, graduirt wird. Die hiebei entstehende Flamme gelangt in Röhren, welche zu diesem Behufe angebracht sind, und strömt sodann aus diesen Röhren in einen Canal, von welchem sie in einen Schornstein übergeht. An den Mündungen der beiden anderen Oefen erzeugt sich gleichfalls eine Flamme, welche durch mehrere mit Registern versehene Oeffnungen schlägt und zur Heizung des Kessels, der auf solche Weise allerwärts von den Gasen umflossen ist, dient. Der Kessel bietet somit für die Dampfmaschine von 30 Pferdekräften und mit niederem Druke eine Heizoberfläche von 60 Meter der Einwirkung der Flamme dar. Diese große Oberfläche ist deßhalb nöthig, weil die Oefen nicht sämmtlich zugleich in voller Destillation begriffen seyn können, und so geleitet werden müssen, daß von den vieren stets zwei in Thätigkeit sind. Da die Oefen eben so viele Hektoliter Kohks geben, als Steinkohlen in sie hinein gebracht wurden, und da die Kohks im Preise den Steinkohlen gleichstehen, so kommt mithin die Erzeugung des Dampfes auf nichts zu stehen. Man kann demnach überall, wo man für die Kohks hinreichenden Absaz findet, den zum Maschinenbetriebe erforderlichen Dampf umsonst erzeugen. (Echo du monde savant. No. 537.)

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