Titel: Ueber einige wenig bekannte ostindische Farbstoffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. XCV./Miszelle 11 (S. 399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076095_11

Ueber einige wenig bekannte ostindische Farbstoffe.

In einem Berichte, den Hr. Solly der Asiatic Society erstattete, macht derselbe auf mehrere Farbstoffe aufmerksam, deren man sich in Mysore und im Panjab bedient, und welche von daher in Menge bezogen werden könnten. Es sind dieß: 1) das Capilly, ein aus den Früchten der Rottlera tinctoria gewonnenes rothes Pulver, womit die Eingebornen der Seide eine blaß orangegelbe Farbe geben, und welches wegen seiner harzigen Natur wahrscheinlich zur Färbung von Laken und Firnissen dienen könnte. Da dermalen in Indien schon das Pfund davon 1 Shill. 3 Den. gilt, so dürfte es für die Calicofärberei wohl zu theuer seyn. 2) das Maddi Chickha, die Rinde einer in Mysore einheimischen Art von Morinda, womit Calico dunkelroth gefärbt wird. 3) das Populi Chickha, ein ebendaselbst einheimisches Farbholz, welches mit einem Alkali eine schöne Carminfarbe gibt, und womit Calicos, nachdem sie eine Alaunbeize bekommen, schön roth gefärbt werden können. 4) das Maen oder Saklur, welches in Indien mit der Cochenille vermengt wird, um deren Farbe zu erhöhen. Es enthält viel Gerbestoff und Galläpfelsäure, und fällt den thierischen Stoff der Cochenille. Wenn es der Preis gestattete, könnte man sich seiner statt der Galläpfel bedienen. Mit den Eisensalzen gibt es deßhalb auch eine schöne schwarze Tinte. 5) das Hurda und das Tarikay, beides Myrobalanan-Arten, welche Gerbestoff, Galläpfelsäure und Gummi enthalten, und die man früher schon nach Europa zu verführen versuchte. 6) das Toudewa und das Akalbere, welche beide eine sehr schöne gelbe Farbe geben. (Echo du monde savant No. 536.)

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