Titel: Bonafous über das Troknen der Runkelrüben mittelst des Frosts.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. XCV./Miszelle 12 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076095_12

Bonafous über das Troknen der Runkelrüben mittelst des Frosts.

Das sinnreiche Verfahren de Lirac's, die Runkelrüben mittelst der Sonnenwärme auszutroknen (S. 371 in diesem Hefte des polytechnischen Journals) ist natürlich nur in den südlichen, nicht aber in den nördlichen Gegenden anwendbar. Dieses veranlaßte Hrn. Payen und mich Versuche anzustellen, um durch Gefrierenlassen der Runkelrüben denselben Zwek zu erreichen. Die ersten machten wir in Piemont mit ganzen Wurzeln, wobei wir aber fanden, daß das Austroknen der gefrornen Rüben an freier Luft zu lange währt, als daß es noch während der Dauer des Frosts beendigt werden könnte, und daß nach dem Aufthauen der ausgetretene Saft sich bald verändern oder verderben kann. Wir sezten hierauf mittelst der Schneidmaschine erhaltene Rübenschnitte am Ende dieses Winters in Paris dem Frost aus, wodurch es uns gelang dieselben so weit zu troknen, daß sie sich dann aufbewahren oder doch mittelst eines mehr oder weniger warmen Luftstroms vollkommen austroknen ließen. Der in diesen Schnitten enthaltene krystallisirbare Zuker hatte begreiflicherweise keine Veränderung erlitten, weil das Wasser, welches hauptsächlich die schädlichen Reactionen veranlaßt, bei der niedrigen Temperatur großentheils daraus entfernt worden war. Ich theile das Ergebniß dieser ersten Versuche mit, um die Aufmerksamkeit der Oekonomen auf ein Verfahren zu lenken, welches ihnen bei seiner Vervollkommnung sehr nüzlich werden dürfte; denn darnach könnten sie für ziemlich entfernte Rübenzukerfabriken einen Rohstoff zubereiten, der leicht aufzubewahren ist und dessen Werth doch so bedeutend wäre, daß er die Transportkosten lohnen würde, weil sich ohne große |400| Sorgfalt und ohne kostspielige Apparate eine reichliche Menge Zuker daraus gewinnen läßt. (Comptes rondus No. 17.)

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