Titel: Vauquelin's Verbesserungen in der Gerberei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. XCV./Miszelle 14 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076095_14

Vauquelin's Verbesserungen in der Gerberei.

Hr. Gaultier de Claubry erstattete der Société d'encouragement in Paris kürzlich einen sehr günstigen Bericht über die Verbesserungen, welche Hr. Vauquelin, Gerber in Paris boulevard de l'Hôpital No. 40, in der Gerberei erfunden hat. Es gelang hienach demselben nicht nur die sogenannte Flußarbeit entbehrlich zu machen, sondern er bewerkstellige die Abhaarung auch nach einem Verfahren, bei dem die Häute viel weniger leiden, als bei der gewöhnlich üblichen Behandlung, nämlich bei der Erwärmung und bei der Behandlung mit Säuren oder mit Kalk. Was den Gerbeproceß selbst betrifft, so gerbt der Erfinder Kalbsfelle in einem Monate und Kuhhäute in 6 Wochen so vollkommen gahr, daß sie nach dem Ausspruche eines der ersten Lederhändler, gewöhnlichen Häuten, die ein und selbst zwei Jahre in der Grube gelegen, vorzuziehen sind. Das Verfahren besteht im Wesentlichen darin, daß dem Gerbestoffe die auflöslichen Bestandtheile entzogen werden, indem man ihn in Säken der Einwirkung des Dampfes aussezt, welcher aus der die Triebkraft liefernden Dampfmaschine entweicht. Nach viertelstündigem Sieden ist die Eichenrinde erschöpft. Die Häute werden in einen Kasten gebracht, der durch einen schwachen Dampfstrom erwärmt wird, und in den die Gerbebrühe läuft. In diesem Kasten unterliegen sie der Einwirkung der durch die Dampfmaschine in Bewegung gesezten Stampfen, wobei sie durch eine geeignete Vorrichtung abwechselnd von einem Ende des Apparates zum anderen geschafft werden. Nach dieser Behandlung, die alle 24 Stunden eine Viertelstunde lang wiederholt wird, bringt man die Häute in einen großen Bottich, in welchem sie gleichfalls täglich eine Viertelstunde lang mittelst einer mit Däumlingen besezten Welle in der Gerbebrühe bewegt werden. Man bearbeitet gewöhnlich 15 bis 20 Duzend Häute auf einmal. Die von der Gesellschaft ernannte Prüfungscommission wird den Gang der Arbeiten, die vielleicht eine Umwälzung in der Gerberei nach sich ziehen dürften, noch weiter verfolgen, und sodann einen ausführlicheren Bericht darüber erstatten. (Bulletin de la Société d'encouragement März 1840.)

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