Titel: Herschel's Verbesserungen an der Argand'schen Lampe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. XCV./Miszelle 8 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076095_8

Herschel's Verbesserungen an der Argand'schen Lampe.

Sir J. F. Herschel gibt an, daß er sich seit einigen Jahren an seiner Studirlampe einer sehr einfachen, leicht anwendbaren und keine Kosten veranlassenden Einrichtung bedient, wodurch die Lichtmenge, die ein gewöhnlicher Argand'scher Brenner gibt, sehr erhöht wird. Er erhebt nämlich den gläsernen Rauchfang um so viel über das Niveau, auf dem er sich an den gewöhnlichen Brennern zu befinden pflegt, daß sein unterer Rand von dem oberen Rande des kreisrunden Dochtes um einen Raum entfernt ist, der ungefähr dem vierten Theile des äußeren Durchmessers des Dochtes selbst gleichkommt. Man kann diese Veränderung an jeder Lampe sehr leicht anbringen lassen; denn es bedarf dazu nichts weiter, als daß man an dem Gestelle, welches den Rauchfang trägt, vier ziemlich steife stählerne Drähte in solcher Art anbringt, daß sie vier lange geradestehende Haken, in denen das untere Ende des Rauchfanges ruht, bilden. Noch besser ist es, wenn die Lampe gleich ursprünglich so gebaut wird, daß der Rauchfang |397| von dünnen messingenen oder eisernen Blättchen, deren Flächen gegen die Achse des Dochtes gerichtet sind, auf der gehörigen Höhe erhalten wird. Diese Höhe wird am besten durch Versuche bestimmt; und du sie innerhalb sehr enger Gränzen fällt, so ist es am geeignetsten, wenn man an der Dille, an der die eben erwähnten Blättchen befestigt sind, eine Schraubenbewegung anbringt, womit man den Rauchfang beliebig emporheben oder herabsenken kann, ohne zugleich auch die Stellung des Dochtes zu verändern. Die Bestimmung der besten Höhe kann approximativ in einem Augenblike geschehen, und gewährt ein nicht uninteressantes Experiment. Man nehme eine gewöhnliche Argand'sche Lampe und hebe und senke abwechselnd den Rauchfang senkrecht mit einer nicht sehr raschen aber stätigen Bewegung um die angegebene Streke über das Niveau, auf dem er gewöhnlich steht. Man wird nämlich hierbei sogleich finden, daß die Lichtmenge bei verschiedenen Stellungen des Rauchfanges sehr verschieden ist; daß aber das Maximum in derselben dann erreicht wird, wenn der Rauchfang auf die im Eingange angegebene Höhe geräth. Die Wirkung hievon ist so auffallend, daß, wenn die Bewegung rasch geschieht, die Flamme gleichsam aufblizt, als wie wenn der Docht höher gedickt worden wäre. Die Flamme bekommt dabei einen etwas kleineren Durchmesser, verlängert sich aber, hört zu rauchen auf, und erlangt eine blendende Intensität. Und diese große Steigerung des Lichtes wird ohne einen entsprechenden Mehraufwand an Oehl erzielt. (Philos. Magazine.)

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