Titel: Verbesserungen an der Sicherheitslampe des Herrn Baron Du Mesnil.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. CVIII./Miszelle 11 (S. 466–467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076108_11

Verbesserungen an der Sicherheitslampe des Herrn Baron Du Mesnil.

Hr. Berg-Ingenieur Gruner beschreibt im 5ten Hefte des Jahrg. 1839 der Annales des mines einige Verbesserungen der Dumesnil'schen Sicherheitslampe für Gruben. Diesen gemäß ist der Oehlbehälter nicht mehr in horizontaler Richtung verlängert, sondern er hat eine platte Form nach Art einer senkrecht gestellten Tabaksdose. Die obere und die untere Platte, welche aus Eisenblech von 1/2 Linie Dike bestehen, sind verzinnt. Die Eisendrähte, welche den Glascylinder gegen äußere Beschädigungen schüzen sollen, sind nicht abwechselnd in Kerben, welche in den Rand der beiden Platten geschnitten waren, eingelassen, sondern unwandelbar befestigt. Die Lampe kann nur mit Hülfe eines Schlüssels, der genau auf den Kopf des einen der drei Bolzen, die der Lampe als Füße dienen, paßt, geöffnet werden. Ein vierter Fuß befindet sich unter dem Oehlbehälter, der sonst die Lampe in dieser Richtung umstürzen machen würde. Die beiden Röhren, welche dem Dochte die Luft zuführen, sind etwas enger gemacht. Die Bewegung des Dochtes geschieht mittelst einer Schraube und nicht mit einer Verzahnung wie bisher. Die Schraubenmutter ist in senkrechter Richtung beweglich, während die Schraube sich nur um ihre Achse bewegen kann. Der Rauchfang ist derselbe, wie ihn Combes an seiner Lampe beschrieben hat, nur ist er oben etwas enger; seine Höhe beträgt nur mehr 20 Centimeter, so daß die Lampe im Ganzen 40 Centimeter hoch ist. Der Rauchfang war ursprünglich mit einem Drahtgitter gedekt; Versuche haben jedoch dargethan, daß ein solches Gitter den länger fortgesezten Gebrauch der Lampe verhindert. Bei den Laboratoriums-Versuchen, die anfänglich mit dieser Lampe angestellt wurden, um zu ermitteln, welchen Grad von Sicherheit sie gewährt, probirte man sie zuerst mit Drahtgittern |467| am oberen Ende des Rauchfanges. Man speiste sie mit einer aus Luft und Leuchtgas bestehenden Mischung. Wenn das Gas hiebei unter den zwei Gittern zu brennen anfing, so ließ sich in Folge der kleinen Gas-Detonationen ein kläglicher Ton vernehmen, der um so stärker war, je größer die Menge des vorhandenen Gases war. Da sich derselbe Ton auch in den Gruben vernehmen läßt, wenn die Lampe in eine detonationsfähige Luft kommt, so ist dieß ein Warnungszeichen für die Arbeiter, bei dessen Vernehmung sie sich sogleich zurükzuziehen haben. Nach diesen Versuchen im Kleinen probirte man die Lampen auch in den Steinkohlen-Gruben von St. Etienne. Das Resultat aller dieser Versuche war: 1stens daß die verbesserte Dumesnil'sche Lampe mehr Sicherheit gewährt als jene Davy's, sie mag aufgehängt oder auf den Boden gestellt werden. 2tens daß sie zwar minder einfach und umfangreicher ist als diese leztere, daß sie aber auch viel besser leuchtet. 3tens daß von der Gebrechlichkeit des Glases keine wirkliche Gefahr zu befürchten ist, wenn die Lampe nicht in die Hände von ungeeigneten Individuen kommt. 4tens daß jedoch immer noch nicht alle Explosionen unmöglich gemacht sind, so lange es nicht gelingt, den oberen Theil des Rauchfanges mit einem Drahtgitter zu verschließen. Wahrscheinlich sind noch neue Verbesserungen an dieser Lampe zu machen, so wie auch nur eine noch länger fortgesezte Erfahrung über deren wahren Werth entscheiden kann.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: