Titel: Große eiserne Dampfboote für den Verkehr zwischen England und Amerika.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. CVIII./Miszelle 2 (S. 462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076108_2

Große eiserne Dampfboote für den Verkehr zwischen England und Amerika.

Das neueste Maiheft des Civil-Eng. and Archit. Journ. enthält eine sehr scharfe Kritik über die Verhandlungen, welche am 28. März l. J. in der Jahresversammlung der Great Western Steam Ship-Company zu Bristol gepflogen wurden. Die Directoren stellten nämlich den Antrag auf Erbauung eines großen eisernen Dampfbootes, welches 312 Fuß Länge, 43 Fuß Breite, 32 Fuß Tiefe bekommen, mit Maschinen von 1000 Pferdekräften ausgerüstet, und 2500 Tonnen Ladung führen soll. Das genannte Journal findet dieses Project höchst gewagt in jeder Beziehung, durch die Umstände nichts weniger als provocirt, und in financieller Hinsicht ganz verfehlt. Es bemerkt, daß das größte der dermaligen eisernen Dampfboote nicht über 460 Ton. führt, und daß es der in derlei Bauten am meisten erfahrne Ingenieur, Hr. Laird, rundweg abschlug, ein eisernes Schiff von 1850 Tonnen zu bauen, indem es bisher noch an allen praktischen Resultaten, die man bei einem derlei Baue als Basis zu Grunde legen könnte, fehle. In demselben Sinne äußerte sich auch Hr. Ditchbourn, der bekannte Erbauer eiserner Dampfschiffe zu London. – Mit noch größerem Eifer bestreitet aber das genannte Journal die Ausrüstung eines derlei Dampfschiffes mit Patentmaschinen des Hrn. Humphrys von etwas mehr als 1000 Pferdekräften. Sowohl Maudslay als Seaward sollen sich geweigert hoben, Maschinen nach diesem Systeme zu bauen, und W. Mornay erklärte das ganze System für unbrauchbar. Nur Hr. Brunel vertheidigte Hrn. Humphrys, indem er angab, daß das mit seiner Maschine ausgestattete Dampfboot Dartford (welches jedoch dermalen, nachdem es vergebens für den halben Preis zum Verkaufe ausgeschrieben worden, unbenüzt liegt) das Dampfschiff City of Glasgow auf der Fahrt nach Portsmouth um zwei Stunden hinter sich ließ. Freilich war dieß noch keine besondere Empfehlung; denn lezteres Schiff ist unter allen als das langsamste verrufen! Wir halten es nach diesen Angaben nicht für nöthig, auch noch in die Berechnungen einzugehen, die das (Civil-Engin. and Archit. Journ. zur Rechtfertigung seiner Behauptungen anstellt.

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