Titel: Ueber die Geschwindigkeiten der Locomotiven auf der Great-Western- und der Grand-Junction-Eisenbahn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. CVIII./Miszelle 5 (S. 464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076108_5

Ueber die Geschwindigkeiten der Locomotiven auf der Great-Western- und der Grand-Junction-Eisenbahn.

In den Vorträgen, welche Dr. Lardner kürzlich im Atheneum in Manchester über den Widerstand, auf den die Wagenzüge auf den Eisenbahnen treffen, über die Wirkungen der Gradienten oder Gefälle, so wie auch über die Dampfkraft im Allgemeinen hielt, führte derselbe als Beispiele der größten Eisenbahngeschwindigkeiten zwei auf der Great-Western- und auf der Grand-Junction-Eisenbahn vorgekommene Leistungen an. Auf erster fuhr nämlich ein Eilbote die 30 engl. Meilen betragende Streke von Twyford nach London in 35 Minuten, wonach also 51 1/2 engl. Meile auf die Zeitstunde kamen. Die befahrene Streke war beinahe ganz horizontal und bot überhaupt nur günstige Umstände dar. Daß jedoch diese Leistung nicht den auf dieser Bahn gebräuchlichen großen Maschinen und auch nicht der an ihr eingeführten größeren Spurweite beizumessen ist, ergibt sich aus einem Beispiele, welches einige Zeit später an der Grand-Junction-Eisenbahn vorfiel. Auf dieser Bahn fuhr nämlich ein Eilbote von Liverpool nach Birmingham, eine Streke von 97 engl. Meilen, nach Abzug der beim Anhalten verwendeten Zeit, in einer Stunde 50 Minuten. Es kamen somit beinahe 53 engl. Meilen auf die Zeitstunde, obwohl an dieser Bahn die Rampe von Whiston mit einem Gefälle von 1 in 96, die drei Meilen lange Rampe von Madeley mit 20 Fuß Steigung in der engl. Meile, und nach eine dritte 3 Meilen lange Rampe mit 30 Fuß Steigung in der engl. Meile zu befahren waren. Wenn unter diesen Umständen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 53 engl. Meilen in der Zeitstunde erlangt werden konnte, so mußte dieselbe an den günstigeren Bahnstreken gewiß 60 engl. Meilen betragen haben. Der gelehrte Doctor zog hieraus den Schluß, daß bisher noch nichts die Erwartungen gerechtfertigt habe, die man an der Great-Western-Eisenbahn von der Annahme einer größeren Spurweite in Bezug auf eine zu erlangende viel größere Geschwindigkeit gehegt hatte. (Civ. Eng. and Archit. Journ. Mai 1840)

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