Titel: Davidson's und Parks' Schermaschine für Cashemirs und feine Tücher.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 76, Nr. CVIII./Miszelle 8 (S. 465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj076/mi076108_8

Davidson's und Parks' Schermaschine für Cashemirs und feine Tücher.

Es besteht in Boston in den Vereinigten Staaten eine Gesellschaft unter dem Namen Boston Charitable Mechanic Association , welche von Zeit zu Zeit Industrieausstellungen veranstaltet, und dadurch den Gewerbtreibenden jener Stadt wesentliche Wohlthaten erweist. Im vergangenen Jahre ward die zweite dieser Ausstellungen, zu der von den 100,000 Einwohnern Bostons nicht weniger als 1196 Arbeiten einsandten, und zu der der Zudrang so groß war, daß man in 12 Tagen 70,000 Besucher zählte! Der von der Gesellschaft ausgegebene Catalog enthält einige Angaben über die wichtigeren Gegenstände, unter denen sich die Schermaschine der HHrn. Davidson und Parks so auszeichnete, daß die Gesellschaft den Erfindern eine goldene Medaille dafür zuerkannte. Die Maschine, auf welche im J. 1834 ein Patent genommen wurde, und an der die Erfinder seither mehrere Verbesserungen anbrachten, ist für Tücher der feinsten Sorte berechnet, und soll in der Minute 10 bis 13 Yards scheren. Sie arbeitet mit der größten Genauigkeit und schneidet ganz sicher nicht in das Tuch, ausgenommen es werden in demselben aus Unachtsamkeit Knoten gelassen, in welchem Falle jedoch alle anderen Schermaschinen das Tuch gleichfalls mehr oder weniger beschädigen werden. Zu den schönsten Theilen der Erfindung der Patentträger gehört die Methode, nach welcher sie die spiralförmigen Messer und Scherenblätter schärfen, und bei der eines das andere schleift. Man ist hiedurch nicht nur eines genauen Zusammenpassens der Schneiden sicher, sondern man erspart auch alle die kostspieligen Apparate, die sonst zu diesem Zweke nöthig waren. Das Schleifen hat alle drei oder vier Tage zu geschehen, und dazwischen werden die Schneiden nur von Zeit zu Zeit mit der Hand gewezt. Eine Maschine läuft ungefähr 4 Jahre, ohne daß andere Reparaturen als das Schleifen der Scheren daran erforderlich wären. Sie thut so viele Arbeit als 200 Arbeiter mit den alten vor 50 Jahren gebräuchlichen Handscheren zu leisten vermöchten. Die Prüfungscommission glaubt, daß keine andere Schermaschine dasselbe leistet; sie sagt, daß ihr wohl bekannt sey, daß man in neuerer Zeit mehrere Schermaschinen mit spiralförmigen Messern benüzte; allein die Anwendung von 20 solchen Messern, welche sich sämmtlich mit der größten Genauigkeit gegen eine unbiegsame und höchst genau geschliffene Messerschneide, die an Ort und Stelle in der Maschine geschliffen werden kann, bewegen, scheint ihr eine neue und große Vervollkommnung. (Mechanics' Magazine No. 868.)

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