Titel: Fizeau's Verfahren die Lichtbilder zu fixiren.
Autor: Fizeau, Hippolyte Louis
Fundstelle: 1840, Band 78, Nr. XI. (S. 61–62)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj078/ar078011

XI. Ueber ein Verfahren die Lichtbilder zu fixiren; von Hrn. Fizeau.11)

Aus den Comptes rendus 1840, 2me Sem., No. 6.

Mein Verfahren, wodurch besonders die Lichter des Bildes kräftiger werden, besteht darin, die nach Daguerre's Methode erzeugten Bilder in der Wärme mit einem auf folgende Art bereiteten Goldsalz zu behandeln:

Man löst einen Gramm Chlorgold in einem halben Liter reinen Wassers auf, ferner drei Gramme unterschwefligsaures Natron ebenfalls in einem halben Liter reinen Wassers. Hierauf gießt man nach und nach und unter Umrühren die Goldauflösung in die Natronauflösung; die gemischte Flüssigkeit, welche anfangs schwach gelblich ist, wird bald vollkommen klar. Sie scheint dann aus einem Doppelsalze von unterschwefligsaurem Natron und Gold zu bestehen, nebst Kochsalz, welches wohl keine Rolle bei der Operation spielt.

Wenn man ein Lichtbild mit diesem Goldsalze behandeln will, muß die Oberfläche des Metalls vollkommen frei von fremdartigen und besonders von fetten Körpern seyn; man muß daher auch beim Abwaschen derselben einige Vorsichtsmaßregeln mehr als gewöhnlich anwenden. Folgendes Verfahren hatte in der Regel den besten Erfolg:

Während die Metallplatte noch ganz jodirt, aber auf den beiden Flächen und den Rändern frei von Staub und fetten Körpern ist, gießt man einige Tropfen Alkohol auf die jodirte Fläche: nachdem der Alkohol die ganze Fläche befeuchtet hat, taucht man die Platte in das Wasserbeken und von da in eine Auflösung von unterschwefligsaurem Natron. Diese Auflösung muß bei jedem Versuch erneuert werden und beiläufig einen Theil Salz auf fünfzehn Theile Wasser enthalten; im Uebrigen wird das Abwaschen wie gewöhnlich ausgeführt, nur muß das Waschwasser möglichst frei von Staub seyn.

Die Anwendung von Alkohol hat nur zum Zwek, das Wasser auf der ganzen Oberfläche der Platte vollkommen adhärirend zu machen und zu verhindern, daß es sich im Augenblik der verschiedenen Eintauchungen an die Ränder zurükzieht, wodurch unvermeidlich Fleken entstehen müßten.

Wenn ein Lichtbild mit diesen Vorsichtsmaßregeln abgewaschen worden ist, und sollte es auch sehr alt seyn, so ist die Behandlung |62| mit dem Goldsalz eine höchst einfache Operation: man braucht nämlich die Platte nur auf den Eisendrahtrahmen zu legen, welcher sich bei allen Apparaten befindet, so viel von obiger Goldauflösung darauf zu gießen, daß die Platte ganz davon bedekt ist und sie mit einer starken Lampe zu erhizen: das Bild wird dann heller und in einer oder zwei Minuten sehr kräftig. Nachdem die gehörige Wirkung erfolgt ist, muß man die Flüssigkeit abgießen, die Platte waschen und troknen.

Bei dieser Operation löst sich Silber auf und Gold wird auf das Silber und auf das Queksilber niedergeschlagen; das Silber, welches sonst die Schatten des Bildes erzeugt, wird durch die dünne Goldschichte, womit es überzogen ist, einigermaßen geglänzt, so daß die Schatten kräftiger werden; das Queksilber hingegen, welches im Zustande unendlich kleiner Kügelchen die Lichter bildet, wird durch seine Verbindung mit dem Gold fester und glänzender; die Lichter des Bildes werden dadurch sehr kräftig und das ganze Bild ist auch nicht mehr so leicht zu verwischen.

Wir haben bereits im 2ten Augustheft S. 319 eine Notiz über dieses Verfahren mitgetheilt. A. d. R.

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