Titel: Borsarelli's Verfahren Oehle auf eine Verfälschung mit Alkohol zu prüfen.
Autor: Borsarelli,
Fundstelle: 1840, Band 78, Nr. XXVI. (S. 135–136)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj078/ar078026

XXVI. Verfahren die wesentlichen Oehle auf eine Verfälschung mit Alkohol zu prüfen; von Hrn. Borsarelli.

Aus dem Journal de Pharmacie, Jun. 1840, S. 429.

Der Verfasser bedient sich einer kleinen cylindrischen unten verschlossenen Glasröhre von beiläufig 1 Zoll Durchmesser und 4 Zoll Höhe, füllt diese zu zwei Drittel mit dem Oehl an, bringt dann kleine Stüke von geschmolzenem salzsaurem Kalk hinein, verkorkt die Oeffnung der Röhre und erhizt sie 4–5 Minuten lang im Wasserbad auf 80° R., wobei er sie von Zeit zu Zeit schüttelt; hierauf läßt er sie langsam erkalten.

Enthält das wesentliche Oehl eine beträchtliche Menge Alkohol, so löst sich der salzsaure Kalk ganz auf und bildet eine Flüssigkeitsschichte, welche den unteren Theil der Röhre einnimmt, während das wesentliche Oehl sich darüber sammelt. Ist hingegen nur sehr wenig Alkohol im Oehl enthalten, so wittern die Stüke des Kalksalzes aus, verlieren ihre Form und sammeln sich am Boden der Röhre als eine weiße zusammenhängende Masse. War endlich das Oehl ganz rein, so erleiden die Kalksalzstüke selbst in ihrer Form keine Veränderung.

Bei der Prüfung eines wesentlichen Oehls muß man anfangs nur sehr wenig salzsauren Kalk zusezen und nur nach und nach mehr davon beifügen, denn wenn es nur eine sehr unbedeutende Quantität Alkohol enthält, könnte eine größere Menge Kalksalz denselben ganz verschluken, ohne daß das Kalksalz eine bemerkbare Veränderung erleiden würde. Bei einem Gemisch von Alkohol und wesentlichem Oehl läßt sich die Menge des lezteren also leicht bestimmen, indem |136| man entweder das Volum oder das Gewicht des über der geistigen Kalksalzlösung schwimmenden Oehls ermittelt.

Wenn man eine längere Röhre anwendet und sie nicht genau verkorkt, kann man mittelst desselben Verfahrens auch den Alkoholgehalt des Aethers bestimmen.

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