Titel: Ridgway's und Wall's Maschine zur Fabrication von Porzellan.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 78, Nr. LXXIV. (S. 357–359)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj078/ar078074

LXXIV.  Ridgway's und Wall's Verbesserungen in der Fabrication von Porzellan und Steingut.

Aus dem Mechanics' Magazine No. 889.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Die HHrn. Ridgway und Wall haben vor einiger Zeit in England ein Patent auf eine Verbesserung in der Fabrication von Porzellan und Steingut erhalten, wovon wir im Folgenden eine Beschreibung liefern. Nachdem Ridgway schon (am 3. Julius d. J.) ein Patent auf seine zu dieser Fabrication dienlichen Formen56) erhalten |358| hatte, construirte er mit Wall eine Maschine, um solche Formen, nachdem sie mit Thon gespeist wurden, aufeinander zu pressen und dann aus der Maschine in das Trokenzimmer zu führen.

Fig. 24 ist ein Seitenaufriß und Fig. 25 eine horizontale Ansicht der hiezu dienlichen Maschinerie; in beiden sind dieselben Theile mit gleichen Buchstaben bezeichnet.57) a, a, a ist das Haupt- oder untere Gestell, worauf sich die Presse oder das obere Gestell b, b, b befindet. Die Haupt- oder Treibwelle c, c welche in dem Gestell a, a aufliegt, führt die Treibrollen d, d, das Schwungrad e und die Getriebe f, f; in dem Gestell a, a liegen auch die Führungs- oder Spannrollen g, g; eine andere Spannrolle h ruht in einem in geeigneter Entfernung angebrachten Träger. Die Rollen g und h dienen dazu, den Speisungsriemen i, i zu leiten, welcher das Formenpaar k, k durch die Maschine führt. Das obere Gestell b, b ist mit abgeebneten parallelen Seiten l, l versehen, worin sich der Preßtisch m hebt und senkt, ferner mit der Stellschraube n, um das Preßhaupt o zu adjustiren und dadurch den Druk auf die Formen k, k zu reguliren. Das Preßhaupt o oder den Preßtisch m versieht man nöthigenfalls mit Federn, um dem Druk Elasticität zu geben.

In dem Gestell b, b befindet sich auch eine Querwelle p, an deren Ende das Zahnrad q angebracht ist, welches mit einem der Getriebe f in Eingriff steht und dadurch das Excentricum r umtreibt; lezteres ist mitten auf der Welle p befestigt und wirkt bei seiner Umdrehung aus einen Vorsprung s auf der unteren Seite des Preßtisches m. Dieser Apparat arbeitet nun folgendermaßen: nachdem durch irgend eine Triebkraft die Scheibe d in Bewegung gesezt worden ist, legt man ein Paar Formen auf den Speisungsriemen i, i und zwischen sie ein Stük Thon; eines der Getriebe f wird dann durch das Zahnrad t die kleinere Querwelle u umtreiben und so mittelst einer Kurbel v und einer Verbindungsstange w den Arm x in schwingende Bewegung versezen, welcher, da er mit dem Führstük y verbunden ist, längs der zwei Leitstangen z, z hingleitet und die Fangräder 1, 1 gegen die Aufhälter 2, 2 auf dem Riemen i antreibt, so daß der Fänger eine Viertelsumdrehung macht, worauf seine Haken gegen die Aufhälter fallen, und durch die nächste Schwingung des Arms x zurükkehrt, so veranlaßt |359| er den Riemen i, i um eine gewisse Entfernung vorzuschreiten, bis die Formen k, k genau unter das Centrum der Presse gebracht sind, worauf der Steker oder Fänger von dem Aufhälter auf dem Riemen i entweicht und ihn stationär zurükläßt. Um diese Zeit stellt sich der excentrische Theil des Rades r senkrecht und treibt, indem er gegen den Vorsprung s auf der unteren Seite des Tisches m wirkt, den Tisch aufwärts, wodurch die Formen k, k den erforderlichen Druk erhalten und der zwischen ihnen befindliche Thon die gewünschte Gestalt bekommt. Nach vollendetem Pressen schreitet der Riemen wieder wie früher vorwärts und führt die Formen mit den gepreßten Gegenständen in das Trokenzimmer.

Da die treibenden Theile der Maschine sich beständig umdrehen, so müssen die abwechselnden Operationen des Speisens der gehörig mit Thon versehenen Formen, des Zusammenpressens derselben, um den verlangten Gegenstand zu formen, und endlich das Entfernen derselben aus der Maschine auch stets nacheinander erfolgen.

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Anstatt nämlich die Formen wie bisher durchaus von demselben Material anzufertigen, sezt er die Seite der Form, welche dem zu formenden Gegenstand die Gestalt geben muß, aus einer dünnen Lage eines Gemenges zusammen: dasselbe besteht aus beiläufig 8 Th. Feuerstein, 2 1/2 Th. blauem Thon und 1 Th. Porzellanerde. |358| Nachdem diese Lage oder Schichte gebrannt ist, wird sie dann mit einer Composition aus 3 Th. Sand, 2 Th. römischen Cement und 1 Th. Gyps, welche man mit Wasser anrührt, verstärkt. (Mechanics' Mag. No. 888.)

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Diese Abbildungen lassen viel zu wünschen übrig; vielleicht liefert später das Repertory of Patent-Inventions oder London Journal of arts vollständigere, welche wir dann nachtragen werden. A. d. R.

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