Titel: Ueber die Leistungen der Centrifugal-Troknenmaschinen für Wollenzeuge etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 78, Nr. XLIX./Miszelle 4 (S. 236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj078/mi078049_4

Ueber die Leistungen der Centrifugal-Troknenmaschinen für Wollenzeuge etc.

Die im polytechn. Journal Bd. LXXVI. S. 30 beschriebene Centrifugal-Troknenmaschine (auch hydro-extracteur genannt) eignet sich besonders für Tuchfärbereien zum Ausziehen des Wassers aus den Wollengeweben, aber auch für Kattun- und Wollenmusselindrukereien, Garnfärbereien und Bleichanstalten. Hr. Mathieu Mieg (4, rue de Trevise) in Paris liefert solche Maschinen im Preise von 1000–2600 Fr. Es kostet nämlich eine Maschine mit einem Behälter von 25 Zoll Durchmesser, welcher zwei Wollenmusselin- oder Kattunstüke faßt, 1000 Fr.;

mit Behälter von 30 Zoll Durchm., welche 3 Wollenmusselin- oder Kattunstüke faßt, 1500 Fr.
33 4 – 1800 –
36 5 – 2300 –
38 6 – 2500 –
39 7 – 2600 –

Die drei lezteren Größen, besonders aber ein Durchmesser des Behälters von 39 Zoll, sind für Drukereien am geeignetsten und erfordern ein Local von beiläufig 10 Fuß Länge auf 8 Fuß Breite. Die nöthige Triebkraft beträgt so ziemlich eine Pferdekraft. Die kleinen Maschinen machen 2500 Umgänge in der Minute, die großen nur 1500; diese Geschwindigkeit kann ohne Nachtheil für den kupfernen Behälter und folglich ohne Gefahr nicht viel höher gesteigert werden.

In eine Maschine, welche 2600 Fr. kostet, kann man 7–8 Stüke Wollenmusseline und 6–7 Stüke Calico's legen; das Wasser ist je nach der angewandten Geschwindigkeit in 6–10 Minuten ausgetrieben. Sobald der Cylinder sich umzudrehen anfängt, lauft das Wasser durch eine Röhre in einen unter dem Apparate befindlichen Trog, und der die Zeuge enthaltende Behälter (Cylinder) soll nur nach und nach schneller umgedreht werden, nämlich in dem Maaße, als weniger Wasser abzulaufen anfängt; die Operation ist beendigt, wenn kein Wasser mehr ablauft. Der Arbeiter sorgt dann dafür, daß sich die Geschwindigkeit der Maschine vermindert, und nach einiger Zeit zieht er lederne Handschuhe an, um mit den Händen den Gang des Cylinders noch mehr zu mäßigen und ihn endlich ganz zum Stillstehen zu bringen. Er nimmt hierauf den Dekel vom Cylinder ab und zieht die Stüke in einen Trog heraus; sie müssen sich feucht anfühlen, ohne beim Angreifen die Haut zu nezen. Die Stüke lassen sich nun in kurzer Zeit ganz troknen, im Sommer an freier Luft, im Winter aber dadurch, daß man sie eine Viertelstunde lang in einen geheizten Rechen hängt oder über Dampfcylinder passirt. Uebrigens können nicht nur ächtfarbig, sondern auch falschfärbig gedrukte Kattune mittelst dieser Maschine getroknet werden; besonders gut eignet sie sich für Stüke, welche appretirt werden sollen, weil man solche sehr schnell auf denjenigen Feuchtigkeitsgehalt herabbringen kann, der zum Appretiren erforderlich ist.

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