Titel: Methode der Gebrüder Bouffier von Genf bei der Auswechselung der Unterlagen von Seidenwürmern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 78, Nr. XLIX./Miszelle 8 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj078/mi078049_8

Methode der Gebrüder Bouffier von Genf bei der Auswechselung der Unterlagen von Seidenwürmern.

Die HHrn. Bouffier haben der Société d'Encouragement ein neues Verfahren zum Lagern der Seidenwürmer angegeben, welchem sie verschiedene Vortheile im Vergleich mit der Anwendung von Stäben zuschreiben. Sie zeigen an, daß sie mit Erfolg den Apparat des Hrn. Vasseur mit beweglichen Tafeln angewendet haben. Auf jede dieser Tafeln, welche vor der Person feststeht, die mit der Besorgung der Würmer beauftragt ist, sezen sie zwei bewegliche hölzerne Rahmen von 6 Fuß Länge und 2 Fuß Breite, welche vier gleiche Abtheilungen haben, die durch Scheidewände getrennt sind; auf diese Rahmen, welche die Horden ersezen, ist starkes Papier aufgeleimt und gut angespannt, welches mit gleich weit von einander entfernten runden Löchern von 5 Linien Durchmesser versehen ist. Wenn diese Rahmen mit frischen Blättern belegt sind, steigen die Würmer durch die Löcher des Papiers; man nimmt alsdann den unteren Rahmen weg, reiniget ihn, und bedient sich desselben wieder für eine andere Schichte. Jene Herren behaupten, daß durch ihr Verfahren die Würmer eine beständige Erneuerung der Luft, immer frische Nahrung und eine große Reinlichkeit genießen, daß die Behandlung der Rahmen leicht ist und eine große Ersparniß an Blättern gewährt.

Das Comité, welches dieses Verfahren geprüft hat, bemerkt, daß in einigen Gegenden des südlichen Frankreichs und in vielen Orten Italiens durchlöchertes Papier zum Umlagern der Seidenwürmer von dem ersten Alter angewendet |240| wird; in einigen Orten von Boulogne wendet man es selbst zum Umlagern der Würmer von jedem Alter an; allein statt starken Papiers nimmt man dünnen Pappendekel, der mit Löchern von verschiedener Größe durchbohrt ist, je nach dem Alter der Würmer. Bei der Anwendung legt man sie auf Stüzen, damit sie nicht auf den Würmern, die man umlagern will, aufruhen.

Das Verfahren der HHrn. Bouffier bietet also nichts Neues dar, als die Anwendung hölzerner, mit Papier bespannter Rahmen, und daß das Umlagern schneller und leichter geschieht, obschon die Stäbe auf Rahmen angebracht, die nämlichen Vortheile gewähren.

Die Erfahrung muß hinsichtlich der Ersparniß an Blättern entscheiden; aber im Voraus läßt sich sagen, daß die Papierrahmen nicht so leicht gereinigt werden können wie die Stäbe, und daß sie häufig werden erneuert werden müssen. (Bulletin de la Société d'Encouragement, April 1840.)

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