Titel: Wie kömmt es, daß Kartoffeln unter der Erde faulen?
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 78, Nr. XLIX./Miszelle 9 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj078/mi078049_9

Wie kömmt es, daß Kartoffeln unter der Erde faulen?

Der Ami de l'ordre hat durch diese zwekgemäße Preisfrage zwei Abhandlungen veranlaßt, von welchen das Echo du monde savant, 1840, No. 563 S. 474 folgende Auszüge gibt: – Sonst legte man die Kartoffeln in den Monaten März und April und grub sie am Ende des Monates Oktober aus; jezt legen sie viele Leute erst gegen das Ende des Monats Mai bis zur Hälfte des Junius und ziehen sie schon am Anfange des Oktobers, ja Ende Septembers aus, um in denselben Boden noch Getreide säen zu können. Da sie aber da noch nicht reif sind, so haben sie auch die Kraft nicht, im Frühjahr Keime zu treiben, abgesehen davon, daß sie nicht mehlig sind, einen sehr schlechten Geschmak haben und, nach der Aussage Mehrerer, im Winter, namentlich bei armen Leuten, die sich ausschließlich davon nähren, Krankheiten hervorbringen. Man schreibt sogar die neue Rinderkrankheit, welche erst seit einigen Jahren existirt, und deren Siz hauptsächlich an der Zunge ist, der Nahrung mit diesen Knollen und ihrem Mehle zu. Diejenigen, welche in der Mitte des Junius legen, thun es des bessern Wachsthums wegen, weil, wie sie sagen, ihre Pflanzen nicht so von der großen Sommerhize leiden, als die früher gelegten.

Ein Gartenliebhaber, welchem ebenfalls mehrere Jahre die Kartoffeln gefault waren, fand nach mannichfaltigen Versuchen endlich die Ursache. Beim Legen der Kartoffeln nämlich haben die Landwirthe die Gewohnheit, sie in Stüke zu schneiden, und sogleich zu legen; nun müssen sie aber nothwendig am frischen Schnitte faulen, woher es kömmt, daß ein großer Theil derselben fehlschlägt. Folgendes Mittel wandte er dagegen mit sehr gutem Erfolge an: Ich ließ die Kartoffeln in Stüke schneiden, und diese in einer Stube ausbreiten, damit der Schnitt troknen konnte; nach 8 Tagen ließ ich sie legen und nicht ein einziges Stük versagte; zu gleicher Zeit ließ ich auch frisch geschnittene in denselben Boden legen, welche aber alle faulten. Diese kleine Entdekung theilte ich mehreren aufgeklärten Landwirthen mit, welche sie alle bewährt fanden.“

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