Titel: Stone's künstliche Weine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 78, Nr. LXXVII./Miszelle 13 (S. 406)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj078/mi078077_13

Stone's künstliche Weine.

William Stone aus Winsley, Grafschaft Witts, erhielt am 21. Januar 1840 ein Patent auf folgende Bereitungsart künstlicher Weine: Er benuzt dabei die Stengel der Rhabarber; wenn nämlich die grünen Stengel der Rhabarberpflanze ihre volle Größe erreicht haben, was gewöhnlich um die Mitte des Monats Mai der Fall ist, so pflükt er sie ab und schneidet von ihnen die Blätter weg, die er beseitigt. Die Stengel werden dann in einem großen Mörser zu einem Brei zerstampft, den man in einem offenen Faß auf je 5 Pfd. mit 10 Pfd. kaltem Quellwasser versezt und drei Tage damit in Berührung läßt, wobei man täglich drei- oder viermal umrührt. Am vierten Tage preßt man den Brei aus und versezt je 10 Pfd. der Flüssigkeit in einem offenen Faß mit 3 Pfd. weißem Zuker, worauf man so lange umrührt, bis lezterer aufgelöst ist, man läßt ihn dann ruhig stehen und nach vier, fünf bis sechs Tagen fängt die Gährung an nachzulassen; es bildet sich auf der Oderfläche der Flüssigkeit eine Kruste, welche abgeschäumt wird, gerade wenn sie anfängt zu bersten oder sich zu trennen. Man bringt nun den Wein in das Faß, ohne es jedoch zu verspunden; sollte er darin wieder anfangen zu gähren, so zieht man ihn in ein anderes Faß ab. In beiläufig vierzehn Tagen verspundet man das Faß und läßt den Wein bis zum Anfang des Monats März im folgenden Jahr darin, worauf man ihn in ein anderes Faß abzieht und dasselbe verspundet; sollte der Wein in irgend einem Faß wegen fortdauernder schwacher Gährung von seiner ursprünglichen Süßigkeit etwas verloren haben, so zieht man ihn in ein anderes Faß ab und versezt ihn darin mit einer hinreichenden Menge Zuker und verspundet dieses Faß, welches jedoch ganz damit angefüllt werden muß. In einem Monat oder sechs Wochen kann der Wein in Flaschen gefüllt und im Sommer getrunken werden: er wird aber besser, wenn man ihn ein Jahr lang oder darüber nach dem Abziehen im Fasse läßt. Im Herbst (gegen Ende August) liefert die Pflanze eine zweite Ernte, so daß man auf ähnliche Art eine neue Quantität Wein bereiten kann. (Repertory of Patent-Inventions. Novbr. 1840, S. 282.)

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