Titel: Ueber die Cultur des Waids.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 78, Nr. LXXVII./Miszelle 16 (S. 407)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj078/mi078077_16

Ueber die Cultur des Waids.

Hr. Vilmorin hat im Cultivateur eine Notiz folgenden Inhalts über den Anbau des Waids bekannt gemacht. – Der Waid hat als Futterkraut einen großen Vorzug, den seiner Frühzeitigkeit. Nur bei großem Froste ist sein Wachsthum im Winter aufgehalten; im März, manchmal schon im Februar, ist er schon bedeutend entwikelt. Unglüklicherweise scheint aber das Vieh ihn nicht zu lieben. Doch scheinen die Versuche hierüber noch nicht genügend und die Ansichten noch nicht befestigt zu seyn, und man sollte den von ihm gewährten großen Vortheil der Frühzeitigkeit erst nach vollkommener Ueberzeugung von seiner Unanwendbarkeit aufgeben. Man säet diese Pflanze als Futterkraut durch den Wurf in ein mehr trokenes als feuchtes Erdreich. Es geschieht dieß gewöhnlich im Frühjahr, manchmal gegen Ende des Sommers und zu 20 Kil. (circa 36 Pfd.) auf die Hektare. Zum Zwek der Färberei angebaut bedarf er eines guten, wohlbearbeiteten und gedüngten Bodens. Man säet ihn in diesem Fall dünner und in Reihen, deren Zwischenräume man zweimal umakert und sorgfältig pflegt.

Mehrere Jahrgänge des Anbaues und der Anwendung des Waids, seitdem dieser Artikel geschrieben wurde, überzeugten mich, daß Kühe und Schafe ihn frisch sehr gerne fressen; doch kann über seine nährenden Eigenschaften nichts gesagt werden, da er nur zugleich mit anderem Futter verzehrt wurde. Indessen überzeugte man sich, daß er auf mittelmäßigem und sehr trokenem Boden leicht fortkömmt, selbst wenn derselbe sehr kalkig ist. Dieß und der oben erwähnte Vorzug scheinen seinen Anbau daher für viele Fälle sehr empfehlenswürdig zu machen. (France industrielle.)

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