Titel: Ueber den Bastardklee (Trifolium hybridum).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 78, Nr. XCII./Miszelle 8 (S. 451–452)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj078/mi078092_8

Ueber den Bastardklee (Trifolium hybridum).

Der in Frankreich einheimische Bastardklee wurde da niemals angebaut; in Schweden aber, wo er ebenfalls wild wächst, wird er seit vielleicht 40 Jahren zum künstlichen Anbau der Wiesen angewendet. Folgendes findet sich darüber in den Annalen der Akademie der Agricultur in Stockholm. Hr. Kruus hat den Bastardklee häufig zur Herstellung künstlicher Wiesen auf seinem Landgute bei Orebro angewandt. Er fuhr so wohl dabei, daß sein Klee eine Höhe von 3 bis 5 Fuß erreichte und seit 15 bis 20 Jahren eine beträchtliche Ernte von oft mehr als 10,000 Pfd. per Tunnland (ungefähr 1/2 Hektare) und die ersten 10 Jahre immer mehr als 5000 Pfd. gab. – Hr. Kruus empfiehlt die Aussaat im Herbste mit dem Roggen, oder auch im Frühjahr auf den grünen Roggen oder mit dem Sommergetreide. In Frankreich, wo der Schnee nicht wie in Schweden das junge Gewächs bedekt, ist gewiß der Frühling die vorzuziehende Jahreszeit. Nicht als ob der Bastardklee nicht die strengste Kälte aushalten könnte; sein Zuhauseseyn in Schweden beweist dieß hinlänglich, und bei (in Frankreich angestellten) Versuchen ging er im Winter 1838 beinahe eben so grün auf, als wenn es gar keinen Frost gegeben hätte; allein der unsern Wintern eigene Wechsel von Frost und Thauwetter, oft ohne allen Schnee, könnte die junge Pflanze sehr leicht aufgehen machen und dann vernichten.

Der Bastardklee läßt nur einmaliges Schneiden zu, wie sowohl die schwedischen Aufzeichnungen, als des Verf. Erfahrungen darthun. Jedoch ist diese einmalige Ernte sehr reich. Hr. Kruus kann auf den für die Sense bestimmten Feldstüken das Weidenlassen nicht empfehlen, indem er die Ernte des nächsten Jahres dadurch sehr vermindert fand. Er ist nach ihm vorzüglich geeignet, gemäht zu werden, wie dieß wahrscheinlich auch bei uns der Fall ist; doch wird er in Schweden auch stark zur Weide benüzt. – Fette und feuchte Erde sind am geeignetsten für ihn; nichtsdestoweniger wächst er aber auch in gewöhnlichem, |452| selbst trokenem Boden, wenn er in gutem Zustande ist. Hr. K. gibt 100 Kilogr. rohen oder unmundirten Samen (wie er in Schweden gewöhnlich verwendet wird) für die Hektare zur Saat an, oder an mundirtem Samen die Hälfte dessen, was man von gewöhnlichen Kleesamen braucht, nämlich 6 bis 7 Kilogr.

Man sieht aus dem Gesagten, daß der Bastardklee die meisten Eigenschaften der geschäztesten Futterkräuter besizt, nämlich viel Kraft, große Ausbeute und lange Dauer. Er scheint sich in unserer Landwirtschaft einzubürgern und ihr eine neue und wichtige Hülfsquelle zu bieten. Die Engländer haben dasselbe Urtheil über ihn gefällt; die Akerbaugesellschaft in Hochschottland hat Hrn. Stephans für die Einführung dieser Pflanze in das Land eine Medaille zuerkannt. (Echo du monde savant 1840, No. 584.)

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