Titel: Ueber die verschiedenen Methoden der Aufbewahrung animalischer und vegetabilischer Substanzen zu naturhistorischen Zweken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1840, Band 78, Nr. XCII./Miszelle 9 (S. 452)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj078/mi078092_9

Ueber die verschiedenen Methoden der Aufbewahrung animalischer und vegetabilischer Substanzen zu naturhistorischen Zweken.

Hr. Henslow theilt seine Untersuchungen hierüber mit. Nachdem er mit einer großen Reihe von Auflösungen in verschiedenen Sättigungsgraden Versuche angestellt hatte, kam er zu folgenden Resultaten: drei Kalisalze, das einfachkohlensaure, das doppeltkohlensaure und das arseniksaure thun sehr vorzügliche Dienste. Die Bicarbonatlösung gibt einen flokigen Niederschlag; am besten ist die nur halb gesättigte Lösung. Die hierauf folgenden, zum Conserviren geeigneten Substanzen sind das schwefelsaure Zink, die salzsaure Magnesia, die arsenige Säure; dann kommen die schwefelsaure Magnesia, der Alaun, der Salmiak und das schwefelsaure Kali. Der Queksilbersublimat conservirt die animalischen Körper sehr gut; allein er erhärtet sie und macht sie zum Studium ungeeignet; doch thut er, anderen Lösungen zugesezt, gute Dienste. Ein Theil Naphtha auf 7 Theile Wasser hat auch guten Erfolg; in größerem Verhältniß aber beigemischt, macht sie die Körper lederartig. Die Essigsäure und Kleesäure zersezen die Haut und das Zellgewebe der Fische, greifen aber die Muskeln nicht an. Einige Tropfen Kreosot unter dem Wasser erhalten zwar die Körper gut, allein sie werden dunkelbraun. Folgende Substanzen sind durchaus unfähig, Körper zu conserviren: kohlensaures Ammoniak, salzsaures Kali, salzsaurer Baryt, salzsaurer Kalk, die Nitrate von Ammoniak, Strontian, Baryt, Natron, Ammoniak, Magnesia, phosphorsaures Natron, schwefelsaures Natron und Kali, so wie schwefelsaures Eisen und Kupfer, und die Holzsäure. In Betreff vegetabilischer Substanzen waren die Versuche des Verf. nur von geringem Erfolge. Salze scheinen im Allgemeinen nicht zu ihrer Conservirung geeignet zu seyn, mit Ausnahme vielleicht des einfach- und des doppeltkohlensauren Kali's. Naphtha und Essigsäure conserviren gut; aber die Farben leiden darunter. – Die im Handel vorkommende Potasche, fügt der Verf. hinzu, conservirt thierische Substanzen sehr gut. – Hr. Balfour rühmt das arseniksaure Kali wegen seines conservativen Einflusses auf die Farbe der Blumen; er fügt hinzu, daß er eine Sammlung von Früchten hierin aufbewahre. Salze, welche keinen Sauerstoff enthalten, glaubt er als zum Aufbewahren nicht brauchbar betrachten zu dürfen. – Hr. Brodie glaubt, daß die Entfärbung der Pflanzen von ihrem Gerbestoff oder anderen Stoffen herrührt, welche auf die Aufbewahrungsflüssigkeiten wirken. Eichen- und Ulmenholz werden in Auflösungen schwarz, in welchen Tannen und andere Hölzer noch an Weiße zunehmen. (Echo du monde savant 1840, No. 580.)

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