Titel: Brindley's Apparat zum Pressen der Baumwolle etc.
Autor: Brindley, William
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. XCII. (S. 434–436)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/ar079092

XCII. Verbesserte Apparate zum Pressen der Baumwolle, Wolle und anderer Waaren, worauf sich William Brindley, Papiermacher in Birmingham, am 25. Febr. 1840 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Nov. 1840, S. 260.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Meine Erfindung betrifft diejenige Gattung von Pressen, welche man zum Pressen der Wolle, Baumwolle und ähnlicher Stoffe anwendet. Der gewöhnlichen Preßmethode gemäß pflegt man die Wolle, nachdem sie eine hinreichende Pressung erfahren, in Ballen zusammenzubinden (um sie bequemer paken zu können), indem man Strike oder Bänder unter und über den Wollenballen schlingt. Dieses Verfahren ist mit großer Mühe und großen Kosten verknüpft. Den Gegenstand meiner Erfindung nun bildet die Anordnung eines mit der Presse in Verbindung gebrachten Apparates, durch welchen die Strike oder Bänder, nachdem sie vor dem Beginn des Pressens an die Presse befestigt, unter und über den Wollenballen geschlungen und hervorgezogen worden sind, an eine Walze befestigt werden. Diese Walze wird durch eine verzahnte Stange und ein Getriebe so in Bewegung gesezt, daß, wenn die Wolle zusammengepreßt wird, das Seil gleichzeitig auf der Walze sich aufwindet. Ist die Wolle genugsam gepreßt, so hat der Arbeiter nur die Strike von der Walze loszumachen und sie zusammen zu knüpfen. Um meine Erfindung näher zu erläutern, will ich jezt zur Beschreibung der beigefügten Zeichnungen übergehen, und bemerke nur noch, daß überall gleiche Theile mit gleichen Buchstaben bezeichnet sind.

Fig. 37 ist eine Frontansicht einer neuen Presse mit meinen daran angebrachten Verbesserungen.

Fig. 38 eine Endansicht, welche die Theile im Durchschnitt zeigt. Ich habe es nicht für nöthig erachtet, die Presse, welche keinen Theil meiner Erfindung bildet, zu beschreiben. a ist das an die Walze befestigte Seil oder Band; b die Walze, auf welche sich das Seil windet, so wie es aus der Presse hervorgezogen wird; c das Getriebe und d die verzahnte Stange, in welche lezteres greift. An der Walze befindet sich ein kleines Sperrrad e. Wenn die Wolle zur Genüge gepreßt ist und man sie zusammen zu binden wünscht, so darf man nur den Sperrhaken aus den Sperrzähnen heben, um die Walze nach der entgegengesezten Richtung zu bewegen; dadurch werden die Bänder oder Strike loker und lassen sich leichter um die Ballen binden. |435| Die obere und untere Preßplatte ist, wie die Abbildung zeigt, mit Rinnen versehen, durch welche die Strike laufen, um so viel wie möglich gegen den gewaltigen Druk geschüzt zu seyn.

Ein anderer Theil meiner Erfindung betrifft das Pressen und Binden zweier oder mehrerer Wollenballen zugleich, anstatt, wie es seither geschah, eines einzigen. In der Zeichnung Fig. 38 habe ich das gleichzeitige Pressen zweier Ballen dargestellt; es ist indessen klar, daß diese Operation nach Erforderniß mit irgend einer Anzahl derselben vorgenommen werden kann.

Eine andere von meinen Verbesserungen an Wollenpressen besteht in der Anordnung eines verschiebbaren Gestells n, dessen Wirkung unten beschrieben werden soll. Dadurch bin ich in den Stand gesezt, mit zwei Behältnissen zur Aufnahme der zu pressenden Wolle oder sonstiger Stoffe, anstatt, wie dieß gegenwärtig üblich ist, mit einem zu arbeiten. Der Zwek dieser Verbesserung geht darauf hinaus, während die Wolle im einen Behältniß unter der Presse sich befindet, dem Arbeiter Zeit zu geben, das andere Behältniß zum Pressen vorzubereiten. Wenn das erste genugsam gepreßt worden ist, so schiebt der Arbeiter auf dem beweglichen Gestelle das zweite unter die Presse; und während dieses gepreßt wird, kann er die in dem ersten enthaltene Wolle auf die Seite schaffen, wodurch offenbar eine große Zeitersparniß erzielt wird. Die Einrichtung dieses verschiebbaren Gestells ist in den Zeichnungen Fig. 37 und 38 sichtbar; der Apparat gleitet auf der Bodenplatte der Presse in einer Leitung von eisernen Winkelstüken; er kann sich übrigens auch in Rüken u.s.w. verschieben lassen. Um dieses Gestell unter die Presse und aus derselben herauszuschaffen, bedient man sich einer kleinen Zahnstange mit Getriebe, welches leztere durch eine Kurbel umgedreht wird. An den Enden der Träger des gleitenden Rahmens sind Hälter angebracht, welche verhindern, daß die Behältnisse über ihr Ziel hinausgleiten. g ist die Bodenplatte der Presse, worauf der verschiebbare Nahmen ruht, während die Wolle gepreßt wird. h, h sind die an dem Boden der Preßplatte befestigten eisernen Winkelstüke, welche dem Gestell als Leitung dienen. i ist das Getriebe, welches in die Zahnstange j eingreift; diese sizt an der untern Seite des beweglichen Rahmens. k ist die Kurbel, womit das Getriebe umgedreht wird. l, l sind die Unterlagen für den Rahmen mit dem Behältniß, welches gefüllt oder entleert wird, während das andere unter der Presse sich befindet. m, m sind die Hälter, welche verhüten, daß der Rahmen zu weit gleite. In Beziehung auf denjenigen Theil meiner Erfindung, welcher das gleichzeitige Pressen zweier oder mehrerer Ballen in sich begreift, erlaube ich mir zu bemerken, daß ich die Ballen in der Zeichnung |436| zwar in zwei Partien, welche in einem Behältniß vorgerichtet sind, dargestellt habe, daß ich aber keineswegs mich mit dieser Anordnung ausschließlich befasse, indem auch kleine Behältnisse, ohne in einen äußeren Behälter eingeschlossen zu seyn, separat in Anwendung kommen können, wiewohl ich das erläuterte Verfahren vorziehe.

Nach der vorangegangenen Beschreibung meiner Erfindung erkläre ich als den ersten Theil derselben und mache Anspruch auf die Verbindung der Preßprocedur mit dem Paken der Wolle, Baumwolle und ähnlicher Stoffe in Ballen; zweitens auf das gleichzeitige Pressen zweier oder mehrerer Wollenballen; drittens auf die Anwendung eines verschiebbaren Gestells bei Pressen zu dem beschriebenen Zweke.

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