Titel: Anwendung des Osmium-Iridiumerzes zu den Zapfenspizen der Compaßnadeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. XIV./Miszelle 11 (S. 79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079014_11

Anwendung des Osmium-Iridiumerzes zu den Zapfenspizen der Compaßnadeln.

Es ist bei den Schiffscompassen sehr wichtig, daß die Zapfen oder Spizen, worauf die Nadeln mittelst ihrer Hütchen aufliegen, aus Materialien verfertigt werden, welche zur See nicht rosten und überhaupt keine Veränderung erleiden. Capt. Johnson fand bei der Untersuchung einer Menge zur See gebrauchter Compasse, daß ihre Zapfen meistens angegriffen waren und zwar sehr oft durch Rost; er brachte dann Zapfen aus verschiedenen Stahlsorten (auch den mit Platin, Palladium, Silber etc. legirten) ein halbes Jahr lang in einen Keller und untersuchte sie von Zeit zu Zeit auf eine stattgefundene Oxydation. Das Resultat war, daß nur Zapfen, die in Zinksäulen eingesezt und mit Zinkhütchen versehen waren, durch welche die äußerste Spize des Zapfens wie der Graphit in einem Bleistiftrohr hervorragte, von Rost frei blieben, während die aus Osmium-Iridiumerz verfertigten allein auch ihren Glanz beibehielten, was sogar noch der Fall war, als man sie mit Königswasser befeuchtete. Das Osmium-Iridiumerz (welches in eigenen Körnchen oder kleinen sechsseitigen Säulchen mit dem Platinerz gemengt vorkommt und in England native alloy genannt wird) eignet sich in jeder Hinsicht ganz gut zu den Zapfen der Schiffscompasse, da es stark genug ist, um nicht zu brechen und so hart, daß es sich nicht biegt, endlich an der Luft sich nicht oxydirt und auch nicht magnetisch ist; die Magnetnadeln müßten mit Hütchen aus Rubin versehen werden. Es versteht sich, daß analoge Anwendungen von diesem Metall auch bei anderen Instrumenten mit großem Vortheil gemacht werden können. (The Athenaeum No. 678.)

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