Titel: Ueber die blaue Färbung mancher Natur- und Kunstproducte durch Titanoxyd.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. XIV./Miszelle 13 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079014_13

Ueber die blaue Färbung mancher Natur- und Kunstproducte durch Titanoxyd.

Wenn man Auflösungen von weißem Titanoxyd (Titansäure) mit Zinn, Zink oder Eisen in Berührung läßt, so entsteht durch Desoxydation ein blaues Titanoxyd. Dieser blaue Körper, welchen man bisher nur auf dem nassen Wege zu erzeugen vermochte, kann nach den Versuchen des Hrn. Carl Kersten in Freiberg (Erdmann's Journal für praktische Chemie, 1840, Nr. 15) auch auf dem |80| trokenen Wege gebildet und dargestellt werden; er entsteht z.B., wenn Zinkdämpfe über weißglühende Titansäure geleitet werden, welche dabei eine schmuzigblaue Farbe annimmt; oder wenn man metallisches Zink in einen Porzellantiegel bringt, dasselbe mit titansäurehaltigen Erdensilicaten bedekt und den Tiegel sodann gut verschlossen einer mehrstündigen Weißglühhize aussezt, wobei man lavendelblaue geschmolzene Massen erhält. Das blaufärbende Princip in manchen blauen Eisenhohofenschlaken ist ebenfalls höchst wahrscheinlich Titanoxyd. Es gelang Hrn. Kersten auch mittelst Titanoxyd auf Porzellan blaue Glasuren zu erzeugen, welche den Kobaltglasuren unter allen anderen blauen Glasuren am nächsten kommen; es wird daher vielleicht noch eine technische Anwendung von dem auf trokenem Wege erzeugten Titanoxyd gemacht werden können.

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