Titel: Erfolgreiche Anwendung des Wasserdampfes zum Feuerlöschen in einer Spinnerei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. XIV./Miszelle 6 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079014_6

Erfolgreiche Anwendung des Wasserdampfes zum Feuerlöschen in einer Spinnerei.

Folgender Fall gehört zu den noch seltenen Bestätigungen der dem Wasserdampfe zugeschriebenen Eigenschaft, das Feuer zu löschen. – Hr. Fourneyron befand sich am 24. Okt. v. J. in einer großen Spinnerei, als in demselben Gebäude, unter welchem drei große Dampfmaschinenkessel in voller Thätigkeit waren, Feuer auskam. Die Werkstätten wurden sogleich verlassen, die Arbeiter, einige Hundert an der Zahl, waren herbeigelaufen, um da, wo sehr brennbare Körper schon der Raub der Flamme waren, Hülfe zu leisten. Man ließ die Maschinen stille stehen und den Dampf in die äußere Luft ausströmen. Das dadurch hervorgebrachte Geräusch brachte Hrn. F. auf den Gedanken, diesen Dampf zu benuzen und zu versuchen, den ganzen vom Feuer eingenommenen Raum damit zu erfüllen. Er dachte, daß der in großer Menge in den Saal gelassene Dampf zum großen Theil die Stelle der in demselben befindlichen Luft einnehmen müsse, die brennende Oberfläche erkälte und der Verbrennung wenigstens Einhalt thue, wenn nicht sie ganz verhindere. Die einzige, sehr thätige Feuersprize, welche zugegen war, war nicht im Stande, dem immer weiter um sich greifenden Feuer Meister zu werden. Er ließ nun die Ventile öffnen, worauf der in das Innere des Gebäudes dringende Dampf bald allen vom Feuer eingenommenen Raum erfüllte, und in ein paar Minuten war das Feuer gelöscht. – Es muß hier bemerkt werden, daß jeder der drei Kessel den zur Erzeugung von 30 Pferdekräften nöthigen Dampf zu liefern im Stande ist, und daß in wenigen Augenbliken aller Dampf eines Apparates von 90 Pferdekräften verwendet wurde. (Comptes rendus etc., 2me Sem. 1840, No. 20.)

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