Titel: Anwendung des Glimmers zu den Fenstern der Werkstätten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. XIV./Miszelle 8 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079014_8
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Anwendung des Glimmers zu den Fenstern der Werkstätten.

In mehreren englischen Maschinenwerkstätten, wo durch die weggeschleuderten Eisenspäne immer viele Glasfenster zerbrachen, suchte man sich ein geeignetes Ersazmittel derselben zu verschaffen. Man ließ daher Glimmertafeln aus Calcutta kommen, welche man in die gußeisernen Fensterrahmen befestigte, und wobei sich ergab, daß sie dem Anprellen von Eisenspänen widerstanden, die vom Meißel mit solcher Gewalt absprangen, daß sie eine Glasscheibe zerbrochen hätten. Der Glimmer ist sowohl dicht als elastisch, und wenn ein Eisenstük ihn durchdringt, macht es bloß ein Loch darin, während die Tafel sonst unversehrt bleibt. Allerdings ist er nicht so durchsichtig wie Glas, was jedoch seine Anwendbarkeit nicht hindert, am wenigsten in solchen Hütten, wo wie in Butterly durch den als Flußmittel in den Hohöfen angewandten Flußspath so viel flußsaures Gas entwikelt wird, daß die Glasfenster bald angegriffen und matt werden. Der Glimmer kommt etwas theurer zu stehen als das gemeine Glas, er dauert aber auch viel länger. In Rußland, wo er in Massen von fast 3 Fuß Durchmesser vorkommt, benuzt man ihn nicht nur zu den Fenstern der Bauernhäuser, sondern auch an Bord der Kriegsschiffe, weil er bei der Erschütterung der Luft durch das schwere Geschüz nicht leicht zerbricht; nach Hauy kann er in Blätter von der Dike des 300,000sten Theils eines Zolls zertheilt werden. (J. Glynn im London Journal of arts, Decbr. 1840 S. 241.)

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