Titel: Durchgang des Queksilbers durch Blei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. XXXII./Miszelle 6 (S. 155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079032_6

Durchgang des Queksilbers durch Blei.

Heinrich v. Princeton ließ zufällig eine Bleiröhre von 6 Linien Durchmesser und 8 Zoll Länge mit einem Ende in einer Queksilber enthaltenden Schale liegen und bemerkte einige Tage darauf, daß das Queksilber verschwunden war und unter dem anderen Ende der Röhre am Boden lag. Die Schale wurde frisch gefüllt, und derselbe Erfolg war bis zum andern Tag eingetreten. Das Metall war durch die Röhre beinahe gerade so wie das Wasser durch einen Haarröhrchenheber gestiegen. Als er die Röhre in Stüke schnitt, überzeugte er sich, daß das Queksilber nicht durch den inneren Hohlraum, sondern durch die Poren des festen Metalles gegangen war. Um sich hievon noch mehr zu überzeugen, wurde eine Bleistange von 7 Zoll Länge und 1/4 Zoll Durchmesser heberartig gebogen, der kleine Schenkel derselben in ein mit Queksilber gefülltes Uhrglas gebracht und unter den großen Schenkel des Hebers ein anderes Gefäß gestellt. Nach 24 Stunden gewahrte man ein Queksilberkügelchen an dem Ende der Bleistange, und nach 5 bis 6 Tagen war alles Metall übergegangen, nachdem es im oberen Glase eine schöne Vegetation baumartiger Krystalle von Bleiamalgam zurükgelassen hatte. Nicht längs der Oberfläche der Stange hatte das Queksilber seinen Weg gemacht, denn es war durch den Uebergang nicht die geringste Veränderung auf der äußeren Fläche des Bleies eingetreten, nur hatte sich der Fortschritt der Durchdringung durch eine leichte Farbenänderung des die Oberfläche überziehenden Oxyds erkennen lassen. Die Textur des Bleies ist dabei von großem Einfluß. Bei einer gehämmerten Bleisorte fand dieser Durchgang erst nach Verlauf von 40 Tagen, und da nicht vollkommen, statt. Auch findet derselbe in der Richtung der Metallblättchen leichter statt als quer durch sie; es wurde ein kleines Gefäß aus einer diken Bleiplatte gemacht und Queksilber hineingebracht. Ehe ein Queksilberkügelchen durch den Boden hindurch gedrungen war, schwizte es schon reichlich aus den oberen Rändern der Kapsel hervor. (Echo du monde savant 1840, No. 592.)

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