Titel: Anwendung der thierischen Kohle zum Reinigen des Wassers in Cisternen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. XLIX./Miszelle 11 (S. 238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079049_11

Anwendung der thierischen Kohle zum Reinigen des Wassers in Cisternen.

Es gibt Ortschaften, wo von Natur kein Wasser läuft, und wo es keine gutes Wasser führenden Brunnen gibt und man sich daher gezwungen sieht, seine Zuflucht zu Cisternen zu nehmen, in welchen man das Regenwasser sammelt und aufbewahrt. Wenn diese Reservoirs nach guten Principien erbaut sind, so daß sich die Luft in denselben erneuern kann, und das darin sich ansammelnde Wasser einer vorgängigen Filtration durch die Sandschichten eines kleinen Wasserfangs unterworfen wird, dann ist das Cisternenwasser eines der gesündesten und reinsten. Allein die neugebauten oder wieder hergestellten Cisternen leiden oft an einem bedeutenden Uebelstand. Um nämlich dem Durchsikern des Wassers vorzubeugen, pflastert und belegt man die Cisternen gewöhnlich mit Kalk und Cement, und daher kömmt es nun, daß noch lange Zeit, nachdem die Arbeiten vollendet sind, das Wasser sich mit Kalk sättigt und einen scharfen Geschmak annimmt, welcher es zum häuslichen Gebrauch untauglich macht. Hr. Prof. Girardin in Rouen ließ, in einem solchen Falle zu Rathe gezogen, ein Duzend Kilogramme gepulverter thierischer Kohle (Beinschwarz) in die Cisterne werfen, da bekanntlich dieser Körper die Eigenschaft besizt, dem Wasser den größten Theil der darin in Auflösung befindlichen salzigen Bestandtheile, namentlich der Kalksalze, zu benehmen; nach 14 Tagen befand sich in dem Wasser kein Kalk mehr aufgelöst und es hielt sich seitdem beständig rein. Dieses sehr einfache und wohlfeile Mittel verdankt man einer bemerkenswerthen, bisher noch nicht allgemein bekannten Eigenschaft der Thierkohle. (Echo du monde savant 1840, No. 594)

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