Titel: Verfahren bei der Bereitung des wohlriechenden Jasmin- und Bela-Oehls in Indien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. XLIX./Miszelle 13 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079049_13

Verfahren bei der Bereitung des wohlriechenden Jasmin- und Bela-Oehls in Indien.

Dr. Jackson von Ghazeepore berichtet Folgendes über die Darstellung des Oehls der Jasmin- und Belablüthen. Dasselbe wird niemals destillirt, sondern der Riechstoff desselben von den Eingebornen auf die Weise ausgezogen, daß sie ihn von reinem öhligem Samen absorbiren lassen und diese dann in einer gewöhnlichen Mühle auspressen, wo dann das gewonnene Oehl allen Riechstoff der angewandten Blüthen in sich schließt. Das Verfahren hiebei besteht darin, daß man eine 4 Zoll dike und 4 Fuß im Geviert messende Lage von Blüthen auf den Boden (des Gefäßes) legt; auf diese legt man eine zweite, 2 Zoll dike und 2 Fuß im Geviert messende Lage von befeuchtetem Telsamen oder Sesam; hierauf kömmt wieder eine Lage Blüthen, wie die erste, 4 Zoll dik; das Ganze wird dann mit einer Platte bedekt, welche in den Winkeln und an den Seiten mit Gewichten niedergehalten wird. So läßt man es 12 bis 18 Stunden stehen, wonach man die Blüthen wegnimmt, und frische Lagen an ihre Stelle bringt; dieß wird auch noch ein drittesmal wiederholt, wenn man ein Product von recht starkem Geruch haben will. Nach dieser lezten Operation bringt man die angeschwollenen Samen in eine Mühle; das Oehl wird dann ausgepreßt, und besizt den Geruch der Blüthe in reichem Maaße. Das Oehl wird in präparirten (Dubbers genannten) Häuten aufbewahrt, und so nach Seers (Seer, ein in Indostan wie das Pfund gebrauchtes Gewicht) verkauft. Der Jasmin und die Bela (von Jasminum zamba) sind die einzigen Blüthenspecies, von welchen die Eingebornen dieses Districts ihr wohlriechendes Oehl bereiten; das Chumbul (von Jasminum grandiflorum) ist eine weitere Species; doch konnte sich der Verf. von dieser keine verschaffen. Der Geruch des frisch bereiteten Oehls verliert mit der Zeit an seiner Stärke. Eine Destillation findet aus dem Grunde dabei nicht statt, (wie dieß auch bei den Rosen der Fall ist), weil die große Hize (denn es ist gerade in der Mitte der Regenzeit, wenn die Stauden in Flor kommen) ihnen gar zu leicht den Geruch rauben würde. Der Jasmin, Chymbele genannt, wird von den Frauen sehr häufig gebraucht, welche die Haare des Hauptes und des Körpers täglich damit schmieren. Die von dem Verf. eingesandten Proben kosten 2 Rupies per Seer. (Edinburgh Journal. Vol. XXIX. Jul. 1840, S. 198.)

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