Titel: Geschmeidigkeit des Glases.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. XLIX./Miszelle 6 (S. 236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079049_6

Geschmeidigkeit des Glases.

Das in feine Faden gezogene Glas ist bekanntlich so biegsam, daß es zu verschiedenen Geweben verarbeitet werden kann. Aber in Flächen von einer gewissen Dike ist das Glas immer sehr spröde. Indessen hat man an den bei den Nachgrabungen zu Vaison (Dép. Vaucluse) in mehreren Gräbern gefundenen gläsernen Trauergefäßen sich überzeugt, daß dieser Körper unter dem Einfluß einer langen Berührung gewisser Erden in dieser Beziehung einer merkwürdigen Veränderung unterliegen kann. Alle diese Gefäße nämlich waren, nach dem Zeugniß des Conservators des Museums zu Avignon, unmittelbar nach ihrer Auffindung, weich und dehnbar; man konnte sie kneten, biegen, mit einem Messer schneiden. Nachdem sie aber einige Stunden der Luft ausgesezt gewesen waren, erhielten sie wieder die dem gewöhnlichen Glase eigene Zerbrechlichkeit und Härte. Man hat beobachtet, daß Gefäße, die nicht drei Meter tief eingegraben waren, obige Eigenschaft in einem weit geringern Grade besaßen. Der Berichterstatter gibt indessen nichts Näheres weder über die chemische Beschaffenheit des erweichten Glases, noch über die Natur des Bodens an, was den wissenschaftlichen Werth dieser Thatsache doch sehr erhöht hätte. (Echo du monde savant, 1840, No. 599)

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