Titel: Lassaigne's Methode die geringsten Spuren von Arsenik mittelst des Apparates von Marsh zu entdeken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. XLIX./Miszelle 8 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079049_8
|237|

Lassaigne's Methode die geringsten Spuren von Arsenik mittelst des Apparates von Marsh zu entdeken.

Prof. Lassaigne hat über die Empfindlichkeit des Marsh'schen Apparates56) zur Entdekung des Arseniks neue Versuche angestellt und sich überzeugt, daß der Arsenik, in einer Auflösung, welche nur den zwei Millionsten Theil ihres Gewichts davon enthält, mit Sicherheit dadurch angezeigt wird, wenn man gewisse Vorsichtsmaßregeln gebraucht, um allen Arsenikdampf auf dem Porzellanscherben zu verdichten; allerdings machen diese Vorsichtsmaßregeln die Auffindung sehr geringer Spuren von Arsenik nach dieser Methode wieder schwierig. Dieß veranlaßte Hrn. Lassaigne eine der charakteristischen Eigenschaften des Arsenikwasserstoffgases zur Absorption desselben zu benuzen, wodurch die Entdekung des Arseniks eben so einfach als leicht wird. Er leitet nämlich das Gas, welches sich aus Marsh's Apparat entwikelt, in eine Auflösung von reinem salpetersaurem Silber; das dem Wasserstoffgas beigemischte Arsenikwasserstoffgas wird dann durch das Silberoxyd zersezt; lezteres reducirt sich nämlich und es sezt sich metallisches Silber in schwarzen Floken ab, während arsenige Säure mit dem überschüssigen salpetersauren Silber aufgelöst bleibt. Nachdem alles Arsenikwasserstoffgas absorbirt und zersezt ist, versezt man die Flüssigkeit nach und nach mit Salzsäure, um das überschüssige salpetersaure Silber zu zersezen und in Chlorsilber zu verwandeln, hierauf filtrirt man, um dieses Chlorid abzusondern, welches nun natürlich mit dem durch das Arsenikwasserstoffgas niedergeschlagenen metallischen Silber vermengt ist; die klare Flüssigkeit wird dann bei gelinder Wärme in einer kleinen Porzellanschale abgedampft. – Während des Eindampfens wirkt die in der Flüssigkeit enthaltene Salpetersäure auf die arsenige Säure und verwandelt sie in Arseniksäure. Leztere bleibt als Rükstand beim Abdampfen zurük und ist durch ihre Eigenschaften leicht zu erkennen. Lassaigne hat nach dieser Methode 1 Milligramm arseniger Säure, welcher in 1000 Grammen destillirten Wassers aufgelöst war, entdekt. Er sagt, daß man durch Verdichtung des Gases in salpetersaurer Silberlösung allen Arsenik gewinnen kann, der sich aus dem Marsh'schen Apparate in gasförmigem Zustande entbindet, während nach der gewöhnlichen Methode ein großer Theil davon verloren gehen muß.57) (Journal de Chimie médicale.. Decbr. 1840, S. 684.)

|237|

Beschrieben im polytechnischen Journal Bd. LXIII. S. 448.

|237|

Schon Hr. Simon in Berlin hat sich überzeugt, daß das Arsenikwasserstoffgas, wenn man es in eine Auflösung von salpetersaurem Silber leitet, arsenige Säure erzeugt, die in der Flüssigkeit aufgelöst bleibt, während sich metallisches Silber niederschlägt (Poggendorff's Annalen Bd. XLII. S. 356). Lassaigne bemerkt, daß das niedergeschlagene Silber jedoch immer noch Spuren von Arsenik enthält; denn wenn man es in Salpetersäure auflöst und dann zur Trokne abdampft, bleibt bei der Behandlung des Rükstandes mit Wasser ein leichtes ziegelrothes Pulver, aus arseniksaurem Silber bestehend, zurük.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: