Titel: Zerstörung des Guß- und Stabeisens im Wasser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. LXIII./Miszelle 5 (S. 317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079063_5

Zerstörung des Guß- und Stabeisens im Wasser.

Hr. Mallet beschäftigte sich mit diesem Gegenstande in Folge der von der British Association gestellten Aufgabe, auf welche einer der von Telford gestifteten Preise gesezt war. Er ist für die in Seehafen oder an Flüssen liegenden Schiffe, für Hang- und andere Brüken von Guß- oder Stabeisen von der größten Wichtigkeit. Man hat sich schon überzeugt, daß das Eisen im Meerwasser bei einer Temperatur von 115° F. (36° N.) am meisten der Zerstörung unterliegt am wenigsten aber im Flußwasser. Einige Umstände scheinen noch eine besondere Wirkung zu haben, wie z.B. die Lage an der Mündung der Flüsse, wo das Anlaufen des Wassers vermöge der durch die Verschiedenheit des specifischen Gewichtes hervorgebrachten doppelten Strömung und der Bildung einer aus einem festen und zwei flüssigen Elementen bestehenden Volta'schen Kette fühlbarer ist. Nach dem Verf. soll man deßhalb die untere Fläche der in das Wasser gehenden Eisentheile mit Holz umgeben.

Eine andere, die Zerstörung des Eisens herbeiführende, Wirkung ist die von der Fäulniß thierischer Körper im Grunde des Meeres herrührende Entwikelung von Schwefelwasserstoff. Es bildet sich hiedurch Schwefeleisen, das in den Zustand schwefelsaurer Salze übergeht und sich dann im Wasser auflöst. Derselbe Fall ist es mit den eisernen Röhren, welche durch die Abzugscanäle großer Städte laufen. Das erhizte Seewasser scheint eine noch größere Zerstörungskraft auf das Eisen zu üben, was den Verf. auf die Frage brachte, ob auf den Kesseln der Dampfschiffe auf dem Meere die Zerstörung da anfange oder am größten sey, wo das Seesalz sich zu zersezen anfängt, oder wo die Concentration am stärksten ist. Es scheint, daß wenn man von einem Stüke Gußeisen die äußere Schichte hinwegnimmt, dasselbe den zerstörenden Agentien viel weniger Widerstand leiste, was in diesem und vielen andern Fällen in einem Mangel an Gleichartigkeit der Substanz welche mit den mit ihr in Berührung gesezten Körpern zahlreiche Volta'sche Paare bildet, seinen Grund hat. Das feinkörnige wallisische Eisen scheint zu Wasserbauten den Vorzug zu verdienen. Der Verf. handelt hierauf von den Firnissen und schüzenden Anstrichen. In Petroleum aufgelöster Kautschuk scheint ihm der Einwirkung des warmen Wassers am besten zu widerstehen, so wie auch der auf das noch warme Eisen angebrachte Asphaltfirniß. Ein sehr dauerhafter und im Handel noch wenig bekannter Firniß für Zink ist nach seiner Analyse zusammengesezt aus:

Schwefelblei 9,05
Zinkoxyd 4,15
Metallischem Zink 81,71
Eisenhammerschlag 0,14
Kieselerde 1,81
Kohlenstoff 1,20
(Verlust) 1,94
––––––
100,00

Oehlfirnisse sind nicht dauerhaft genug. (Echo du monde savant. 1841, No. 598.)

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