Titel: Bildnerei in Holz, von Frantz und Graenaken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. LXXXII./Miszelle 4 (S. 397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079082_4

Bildnerei in Holz, von Frantz und Graenaken.

Bei diesem Verfahren, nach welchem Basreliefs und Gegenstände größerer und kleinerer Art bestens ausgearbeitet werden können, und wozu Hr. G. schon Formen besizt, welche ihm die größten Arbeiten zu unternehmen gestatten, wird das hinwegzunehmende Holz verbrannt oder in Kohle verwandelt. Man bewerkstelligt dieses durch starken Druk, wozu ein Hebel dient, welcher das Gewicht des Arbeiters verfünffacht und dessen Einwirkung ungefähr 20 Secunden dauert, und durch eine gußeiserne, bis zum Rothglühen erhizte Form. Die sich bildende Kohle darf keine über 2 bis 3 Millimeter dike Schichte bilden, und muß mittelst einer Bürste leicht hinweggebracht werden können. Das Holz wild vorher in Wasser getaucht, und die ausbrennende Form in Absäzen angewandt, damit der sich erzeugende Dampf dazwischen entweichen kann, indem sonst seine Ausdehnung die Ablösung von Holztheilchen veranlassen und so der Vollkommenheit des Resultats Eintrag thun könnte. Nach Verlauf der zur Verbrennung nöthigen 20 Secunden kömmt das Holz aus der Presse und wird ins Wasser geworfen, um der weitern Verbrennung der Kohle vorzubeugen und ihre Entfernung mittelst der Bürste zu erleichtern. Durch eine so oft, als es die Tiefe der Form erfordert, wiederholte Operation erhält man ein mit aller Treue und Bestimmtheit alle Einzelnheiten des ursprünglichen Modells wiedergebendes Relief. Je schwammiger das Holz ist, desto leichter ist das Verfahren auszuführen, deßhalb sind die gemeinsten Hölzer zu solchen Bildhauerarbeiten am geeignetsten; ihre Harte nimmt übrigens dabei merklich zu, und so erzeugte Arbeiten in Pappel- und Roßkastanienholz hatten in ihrem Aussehen viele Aehnlichkeit mit altem Nußbaumholz und nahmen sich sehr gut aus. Die Société d'Encouragement ertheilte den HHrn. F. und G. die goldene Medaille für ihre Erfindung. (Echo du monde savant 1811, No. 608.)

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