Titel: Ueber Bréant's Verfahren das Holz zu conserviren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. C./Miszelle 12 (S. 467–468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079100_12

Ueber Bréant's Verfahren das Holz zu conserviren.

Einem von Payen in der Société d'Encouragement hierüber erstatteten Berichte entnehmen wir Folgendes. Dieses Verfahren wurde im Jahre 1831 erfunden (zu welcher Zeit Holz, welches mit einer gesättigten Auflösung von schwefelsaurem Eisen durchdrungen war, vorgelegt wurde), und besteht bekanntlich darin, das Holz mit irgend einer Flüssigkeit durchdringen zu lassen. Das Holz kömmt zu diesem Ende in Cylinder, welche mit der Flüssigkeit angefüllt sind, auf die ein starker Druk wirkt. Die Durchdringung findet in solchem Grade statt, daß sogar öhlige Flüssigkeiten bis innerhalb der Pflanzenzellen dringen. Das |468| Verfahren bewährt sich hierin vollkommen. Die sehr dichten Theile der Astknoten und des Kerns gewisser Hölzer, welche dieser Einsaugung widerstehen, würden wahrscheinlich auch durch kein anderes Mittel überwunden. Uebrigens werden durch Verderbniß porös gewordene Holztheile von der zum Schuz gegen weiteres Verderben bestimmten Flüssigkeit leicht ausgefüllt, was durch ein vorliegendes Stük Holz bewiesen wird, bei welchem der Fäulniß seit dem Jahre 1834 Einhalt gethan wurde – Von dem Verfahren des Hrn. Boucherie unterscheidet es sich bekanntlich dadurch, daß dieses das Einsaugungs-Vermögen der lebenden Pflanze, der noch im Boden stehenden oder erst umgehauenen Bäume zu Nuze macht, während Hrn. Bréant's Vorrichtung zu schon behauenem und verarbeitetem Holze angewandt wird. Sie kann, um Holz von öhligen und harzigen Substanzen, welche bisher zu diesem Zweke noch nicht angewandt worden zu seyn scheinen, durchdringen zu lassen, gebraucht werden. Die erste und wichtigste Aufgabe aber, welcher dieses Verfahren genügen sollte, war. Stüke Holzes zu liefern, die unter Umständen Widerstand leisten, wo dasselbe Holz in seinem natürlichen Zustand verdirbt; hierin hat es sich auch durch folgenden entscheidenden Versuch bewährt. Tannenbretter von 2 Zoll Dike, wovon ein Theil mit Leinöhl getränkt, und ein anderer Theil im gewöhnlichen Zustand gelassen wurde, legte man zu gleicher Zeit im J. 1834 auf die Brüke Louis-Philipp; die Bretterung in gewöhnlichem Holz auf dieser Brüke ist nun durch Fäulniß so verdorben, daß sie neu hergestellt werden muß, während die in Oehl getränkten Bretter noch hart, klingend, ganz unverdorben und so gut sind, wie sie vor 6 Jahren gelegt wurden. Man sieht dieß auch an der Festigkeit, womit die Nägel noch in diesem Holze steken. (Bulletin de la Société d'Encouragement. Jun. 1841. S. 20.)

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