Titel: Ueber Ausrottung des Kornwurms.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. C./Miszelle 13 (S. 468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079100_13

Ueber Ausrottung des Kornwurms.

In den Getreideböden des Hrn. Mathieu de Dombasle auf dem Maierhof zu Roville hatte sich im Jahre 1837 der Kornwurm verbreitet. Schuld daran war eine Probe einer besondern Getreideart, welche er vor 2 Jahren erhalten und vergessen hatte. Versuche damit anzustellen. Von da aus ging, wie er später fand, die Verbreitung dieses Insectes über alle seine Vorräthe, wie überhaupt gar kein Theil des Hauses vor demselben zu schüzen ist, was der Umstand beweist, daß er in entlegenen Räumen in Gefäßen, welche Wasser enthielten, deren ertrunken fand. Im Frühjahr 1838, nachdem er viele Plage ausgestanden, beschloß er, ohne sich mit nur theilweise abhelfenden und unzulänglichen Mitteln aufzuhalten, ein radicales zu versuchen, sie nämlich Hungers sterben zu lassen. Er verkaufte zu diesem Ende im Monat Mai alles Getreide, mit Inbegriff des Weggesiebten und des türkischen Kornes, von welchen allein der Kornwurm sich nähren kann. Die Böden wurden dann auf das sorgfältigste gereinigt, damit das Insect auch nicht ein einziges Körnlein Getreide finden könne. Alle Insecten, welche in den Gebäuden des Maierhofs zurükgeblieben waren, fanden ihren Tod vor der Ernte des nächsten Jahres. Der Kornwurm kann bei warmem Wetter nicht leben, ohne zu fressen) bei niederer Temperatur erstarrt er und kann in diesem Zustand fortleben. Ferner legt das Weibchen seine Eier nirgends anders hin als in Weizenkörner) aus welchen Ursachen, wenn die Insecten den Hungertod starben, keine Reproduktion derselben möglich ist.

Dieses Mittel ist nun allerdings für die Handeltreibenden, welche beständig Getreidevorräthe haben müssen, nicht sehr geeignet) wohl aber in der Oekonomie, wo man im Frühjahr, noch ehe es warm wird, die ganze Ernte des vorigen Jahres verkaufen kann. (Echo du monde savant, 1841, No. 609.)

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